Die Serie im Überblick

Bereits erschienen:

1. Wenn das Baby schreit –Häufige Probleme im Neugeborenenalter (3. November)

2. Ein Piks beugt Krankheiten vor – Früherkennungsuntersuchungen (6. November)

3. Das wächst sich noch aus – Wachstums- und Gewichtsprobleme (10. November)

4. Hals, Nase und Ohren – Häufige Infektionen (13. November)

5. Immer mehr Sensibelchen – Allergien (17. November)

6. Von hyperaktiv bis ex­trem schüchtern – psychische Probleme (20. November)

7. Wenn der Sandmann versagt - Schlafstörungen (24. November)

8. Juckende Plagegeister – wenn Kinder unter Kopfläusen und Würmern leiden (27. 11.)

9. Das ist doch kein Beinbruch – Verletzungen in Haushalt und Freizeit (1. Dezember)

Telefonforum:

Am Dienstag, dem 8. Dezember, antworten Kinderärzte von 10 bis 12 Uhr am Ratgebertelefon der Volksstimme auf Ihre Fragen zum Thema Kindergesundheit (Tel. 0391-53  29  70). Sie können Ihre Frage auch per E-Mail schicken an kindergesundheit@volksstimme.de

Weitere Infos zum Thema und eine Übersicht der Kinderkliniken unter: www.volksstimme.de/kindergesundheit

Magdeburg l „Bei Milchzähnen ist Putzen nicht so wichtig, denn die fallen ja sowieso bald aus.“ Wer so denkt, der hat schon den ersten Fehler gemacht. Wenn dann auch noch die Nuckelflasche ein ständiger Begleiter des Kindes ist, entwickelt sich sehr schnell eine Milchzahnkaries. Süße Tees, gesüßte Milch und Limonaden beschleunigen diesen Prozess noch, denn diese Getränke enthalten Kohlenhydrate, die von den Mundbakterien zu Säure umgewandelt werden und Karies hervorrufen.

Nicht an Nuckel gewöhnen

Oftmals sind es dann die oberen Schneidezähne und vorderen Backenzähne, die vorzeitig ausfallen. Geschieht das vor dem Durchbruch des nachfolgenden bleibenden Zahnes, verlieren oftmals die Nachbarzähne an Halt und drängen in die entstandene Lücke. So kann sich kein gesundes Zahnbild entwickeln.

„Damit es nicht so weit kommt, sollten Kinder erst gar nicht an die Nuckelflaschen gewöhnt werden“, rät Dr. Nicole Primas, Vorstandsreferentin für Prävention der Zahnärztekammer Sachsen-Anhalt. Falsch ist es, Nuckel als „Tröster“ oder Einschlafhilfe einzusetzen. „Nuckelflaschen sollen am Anfang zu den Hauptmahlzeiten gegeben werden. Sobald aber das Kind einen Becher halten kann, sollte es aus dem Becher oder der Tasse trinken“, rät die Medizinerin.

Sollten Flaschen zwischendurch gereicht werden, dann bitte ohne Fruchtsäfte oder irgendeine „Zuckerlösung“. Spätestens wenn der erste Zahn durchgebrochen ist, muss man mit dem Zähneputzen beginnen. Vor dem Durchbruch der ersten Zähnchen können Eltern das Kind durch sanfte Massagen des Kieferkamms mit einer Kinderzahnbürste spielerisch an die regelmäßige Zahnpflege heranführen. Wenn Eltern dazu eine kleine Geschichte erzählen oder ein Lied singen, wirkt das oftmals beruhigend und erleichtert die Gewöhnung an eine regelmäßige Mundpflege.

Für jede Altersgruppe gibt es spezielle Zahnbürsten. „Für die ganz Kleinen sind die Griffe dicker, da die Feinmotorik noch nicht so ausgeprägt ist und mit dickeren Griffen das Bürsten leichter fällt“, so Dr. Primas.

Nicht zu viel Zahnpaste

Die etwa Sechsjährigen sollten dann Bürsten mit längeren Borstenenden verwenden, um damit die ersten Mahlzähne zu erreichen. Bei der Härte der Bürsten gibt es kaum Unterschiede zwischen Kinderzahnbürsten. Die Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) empfiehlt, Kinderzahnbürsten spätestens alle drei Monate zu ersetzen.

„Kinder sollten nur mit Kinderzahnpasten putzen“, rät Dr. Primas. Sie enthalten etwas weniger Fluorid. Bei den ersten Zähnen reicht eine erbsengroße Menge Kinderzahnpasta aus. Ab dem zweiten Lebensjahr sollte das Kind morgens nach dem Frühstück und abends nach dem Abendessen putzen. Als Faustregel sollte die Portion so groß sein wie der kleine Fingernagel des Kindes. Kinderzahnärzte empfehlen den ersten Zahnarztbesuch schon ab dem ersten Zahn. Die Zahnpflege sollte auch nicht zu früh in die alleinige Verantwortung des Kindes gelegt werden. Es ist ratsam, bis in die Schulzeit hinein zu kontrollieren und bei Bedarf nachzuputzen.

Mehr Infos geben die Kinder- und Jugendzahnärztlichen Dienste der Gesundheitsämter und die zahnärztliche Patientenberatungsstelle: Telefon (0391) 739 3912, Internet: www.zahnaerzte-sah.de