Für das kommende Wochenende ist eine Familienfeier bei den Großeltern in Thüringen geplant. Wir wollten ihnen dabei unser zwei Wochen altes Baby vorstellen. Derzeit haben meine Eltern jedoch einen grippalen Infekt. Ist es ratsam, das Baby dem Infektionsrisiko auszusetzen?

Zumindest ist es ratsam, einige Vorsichtsmaßnahmen zu berücksichtigen. Erkältete Personen sollten besonders auf eine gute Händehygiene achten und die Hände vor dem Kontakt mit dem Kind gründlich waschen. Gesunde, normal entwickelte Babys überstehen eine Erkältung leichter als Frühgeborene, Kinder mit angeborenen Herzfehlern oder mit chronischen Lungenerkrankungen. Diese Kinder sollten den Kontakt mit Erkältungs- oder Grippe-Patienten meiden. Bei Verdacht auf eine Atemwegsinfektion des Kindes ist umgehend der Kinderarzt zu verständigen.

Meine dreijährige Tochter hatte einen sogenannten Kruppanfall. Es begann mit Heiserkeit, dann trat ein bellender Husten auf und am Abend im Bett kam Atemnot hinzu. Ein Notarzt half und meinte danach, es sei nicht lebensbedrohlich gewesen. Was kann ich tun, damit sich so etwas nicht wiederholt?

Auslöser der Krupp-Atmungsstörung, früher auch Pseudokrupp genannt, sind meist Parainfluenza-Viren. Die Atemnot, die unter Umständen auch zu einer Blauverfärbung des Gesichtes führen kann, entsteht durch eine starke Schwellung der Schleimhäute.

Bei einem Anfall ist es ratsam, das Kind aufrecht hinzusetzen und für frische Luft durch geöffnete Fenster zu sorgen. Kleinere Kinder sollte man auf den Arm nehmen und besänftigen. Meist tritt sehr schnell eine Verbesserung ein. Ist das Kind weiterhin unruhig, kann ein Kortison-Saft zum Trinken oder ein Kortison-Zäpfchen gegeben werden. Die meisten Kinder erholen sich ohne weitere Komplikationen.

Vorbeugend gelten die allgemeinen Empfehlungen gegen Infektionen wie das Vermeiden von Tabakrauch in der Wohnung, Spiele außerhalb der Wohnung, kühl-warme Wechselbäder, Kochsalzinhalationen sowie eine ausgewogene und vitaminreiche Ernährung.

 

Mein Sohn ist zwei Jahre alt. Wegen eines Krampfanfalls mit Fieber musste ich den ärztlichen Notdienst rufen. Das Kind hat sich gut erholt. Dennoch habe ich Sorge, dass sich das wiederholt und er bleibende Schäden davonträgt. Was kann ich tun?

Fieberkrämpfe treten im Alter zwischen sechs Monaten und vier Jahren häufiger auf. Dabei kann das Kind für kurze Zeit das Bewusstsein verlieren, während die Muskeln unkontrolliert zucken. Die Körpertemperatur ist deutlich erhöht. In den allermeisten Fällen verschwinden die Symptome innerhalb weniger Minuten von allein. Ungeachtet dessen sollte man bei erstmaligem Auftreten eines Fieberanfalls den Notarzt rufen. Es sollte untersucht werden, ob nicht ernsthafte organische Ursachen Auslöser des Fieberkrampfes waren.

Während eines Fieberkrampfes ist es wichtig, das Kind vor Verletzungen zu schützen, indem man zum Beispiel Gegenstände mit scharfen Kanten wegräumt. Zur Vorbeugung hilft es nicht, regelmäßig Fieber zu messen. Man kann einen Fieberkrampf dadurch nicht verhindern. Wenn der Krampfanfall länger anhält, sollte man unbedingt ein krampflösendes Medikament geben – als Zäpfchen oder als Saft.

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Meine Tochter ist erst sechs Wochen alt und wir lassen sie nie lange schreien. Unsere Großeltern weisen immer wieder darauf hin, dass wir sie nicht verwöhnen sollten, weil wir uns sonst einen kleinen Tyrannen heranziehen. Was sollten wir machen?

Sie verhalten sich als Eltern intuitiv völlig richtig. Besonders in den ersten Lebensmonaten ist es die Aufgabe der Eltern, die Kinder zu verwöhnen. Ihre kleine Tochter schreit nie ohne Grund und auch nicht, um ihre Eltern zu ärgern.

Ist es noch normal, wenn ein Baby fünf Tage lang keinen Stuhlgang hatte?

Babys müssen den Stuhlgang erst lernen. Bei gestillten bzw. zugefütterten Babys ist es nicht ungewöhnlich, wenn sie nur einmal in der Woche Stuhlgang haben. Abführmittel sind in diesem Fall nicht notwendig.

Wie gefährlich ist es, wenn ein Kind einen kleinen Hemdsknopf verschluckt?

In der Regel durchläuft unverdauliches Material wie ein Hemdsknopf in wenigen Tagen den Magen-Darm-Trakt und wird dann wieder ausgeschieden. Ein größeres Risiko ist es, wenn ein Fremdkörper in die Nase gelangt. Dann sollte man mit dem Kind einen Kinder- oder HNO-Arzt aufsuchen.

Unser Sohn ist im Krabbelalter. Wir wurden jetzt von Freunden darauf hingewiesen, dass der rote Weihnachtsstern giftig für Kinder sein kann und wir darauf besser verzichten sollten. Wie groß ist das Risiko?

Auch kultivierte Zimmerpflanzen wie der rote Weihnachtsstern enthalten Giftstoffe. Auf empfindlicher Haut von Kleinkindern kann er zum Beispiel Ausschläge hervorrufen.

Wenn kleine Kinder Pflanzenteile des Weihnachtssterns verschlucken, kann das eine Vergiftung auslösen. Symptome können Durchfall, Erbrechen, Benommenheit oder Zittern sein. Hat ein Kind Teile der Pflanze verschluckt, sollte sofort der Mund mit Wasser ausgespült und im Zweifelsfall ein Arzt verständigt werden. Giftnotruf: (0361) 730730.

Ernsthafte Gesundheitsschäden sind zum Glück selten, da Kinder meist nur kleinere Mengen der Giftstoffe aufnehmen. Sie sollten selbst entscheiden, ob Sie die Zimmerpflanze entfernen oder ob Sie das Risiko durch erzieherische Maßnahmen in Verbindung mit guter Beaufsichtigung begrenzen wollen.

Ist es notwendig, frische Schürfwunden mit Jodtinktur zu desinfizieren?

Blutende Schürfwunden sind ein Infektionsrisiko, insbesondere wenn sie durch Kontakt mit dem Erdboden verschmutzt sind. Zunächst sollte man sie mit Wasser und einem sauberen Tuch reinigen.

Stark verschmutzte Wunden kann man zusätzlich mit einer Wasserstoffperoxidlösung aus der Hausapotheke desinfizieren. Beim Aufträufeln schäumt das etwas. Dadurch werden auch versteckte Schmutzteilchen herausgeschwemmt. Im Unterschied zur Jodtinktur verursacht diese Desinfektion keine Schmerzen. Dann wird trockengetupft und eventuell ein Pflaster darüber geklebt. Vorbeugend ist es wichtig, einen Tetanus-Impfschutz zu haben.

Obwohl unser Sohn schon drei Jahre alt ist, nässt er immer noch gelegentlich ein. Zureden hilft nicht. Was kann ich tun?

Sie sollten nicht ungeduldig werden. Auch wenn ein Kind mit drei Jahren noch nicht ganz trocken ist, besteht kein Anlass zur Sorge. Meist haben Kinder erst mit fünf oder sechs Jahren vollständig die Kontrolle über ihre Blasenfunktion erlangt. Wenn sie dann noch häufig ins Bett nässen oder das Bettnässen nach vorheriger Trockenheit plötzlich auftritt, sollte ein Kinderarzt oder Kinderpsychologe konsultiert werden.

Die Schulleistungen meines Sohnes (neun Jahre) haben sich im letzten halben Jahr verschlechtert. Er hat nur noch einen Spielkameraden und sucht immer wieder auch nach Auswegen, um nicht in die Schule zu müssen. Was kann ich tun?

Sie sollten Ihr Kind ermutigen, mehr von seinen Gefühlen und der Situation in der Schule zu erzählen. Vermeiden Sie dabei Vorwürfe, berichten Sie stattdessen von eigenen Erfahrungen in ähnlichen Situationen oder „verpacken“ Sie Ihre Botschaft in eine kleine Geschichte. Es ist meist auch hilfreich, in Abstimmung mit Ihrem Kind, mit dem Klassenlehrer zu sprechen. Wird das Kind in der Schule gehänselt oder gemobbt, ist es wichtig, das Selbstvertrauen des Kindes zu stärken und ihm Instrumente an die Hand geben kann, damit umzugehen. Versuchen Sie Situationen herbeizuführen, in denen das Kind Erfolgserlebnisse hat und verstärken Sie diese durch Loben.

Wir haben einen sehr aktiven Enkelsohn (neun Jahre), der im Schulunterricht durch Unaufmerksamkeit, Wutausbrüche und Raufereien schon öfter aufgefallen ist. Woher kommt nur dieses Verhalten?

Ausgeprägt aggressives Verhalten, Hyperaktivität, Impulsivität verbunden mit Störungen der Aufmerksamkeit sind selten allein auf Erziehungsfehler zurückzuführen. Verschiedene organische Faktoren sowie besondere psychische Belastungssituationen wie Streit oder Trennung der Eltern können ebenso dazu beitragen.

Hilft autogenes Training bei Kindern mit ADHS-Diagnose?

Die Frage lässt sich nicht generell mit Ja der Nein beantworten. Das Training kann durchaus auch bei Kindern zu Entspannungseffekten führen. Allerdings können Kinder im Grundschulalter die im Training erlernten Entspannungsmethoden meist noch nicht selbständig in eine neue Situation übertragen, um sie gezielt im Alltag anzuwenden.

Unsere fünf Jahre Enkelin hat bereits ihren eigenen Modegeschmack. Unsere Tochter lässt ihr bei der Auswahl der Kleidung viel Freiraum, auch wenn es ihre finanziellen Möglichkeiten übersteigt. Es muss doch nicht immer Markenkleidung sein, oder?

Es ist nicht falsch, Kinder schon frühzeitig über ihre Kleidung mitbestimmen zu lassen. Will das Kind lieber die grünen als die weißen Stümpfe zum roten Kleid anziehen, können Eltern das sicher respektieren. Völlige Wahlfreiheit ist jedoch unangebracht, insbesondere da Kinder den Wert des Geldes noch nicht richtig einzuschätzen wissen und deshalb die Begrenzung durch die Eltern benötigen.