Sieben Zeichen der Herzschwäche

1. Kurzatmigkeit und Antriebslosigkeit sind zwei häufige Symptome. Viele Patienten bekommen schon bei wenigen Minuten körperlicher Aktivität Atemprobleme. Schon der Spaziergang mit dem Hund wird zur Herausforderung.

2. Niedergeschlagenheit: Wussten Sie, dass Depressionen bei Menschen mit Herzschwäche zwei- bis dreimal häufiger auftreten als bei gesunden Menschen? Möglicherweise bereitet es große Anstrengung, mit den Symptomen der Erschöpfung klarzukommen.

3. Die Schuhe passen nicht mehr: Ein weit verbreitetes Symptom sind geschwollene Füße und Knöchel. Ursache sind Flüssigkeitsansammlungen infolge der schwächeren Herzleistung und der schlechteren Nierenfunktion.

4. Wenn doppelt so viele Kissen notwendig sind: Patienten haben oft Atemprobleme beim Liegen. Ihnen wird geraten, mit weiteren Kissen im Bett höher zu liegen.

5. Schlafprobleme: Gut die Hälfte aller Patienten leidet unter Schlafapnoe, in der Folge erreicht nicht mehr genug Sauerstoff das Gehirn. Die Folge, das Gehirn bringt den Patienten schlagartig zum Aufwachen. Wenn man sich setzt, schwindet das Gefühl zumeist.

6. Wenn Sie drinnen Handschuhe tragen: Die Patienten leiden häufig unter kalten Armen und Beinen, Händen und Füßen. Das liegt daran, dass der Körper die zur Verfügung stehende Menge wärmenden Blutes zuerst an das Gehirn und alle lebenswichtigen Organe weiterleitet.

7. Ein Husten, der nicht aufhören will: Eine Herzschwäche geht häufig mit Husten und Keuchen einher. Das ist eine Folge der Flüssigkeitsansammlungen in der Lunge. Verschlimmert sich der Husten, ist das ein Zeichen für eine Verschlechterung der Herzschwäche.

Quelle: www.ratgeber-herzinsuffizienz.de

Magdeburg l Eine fortgeschrittene Herzmuskelschwäche schränkt die Lebensqualität ein, so Kardiologe Dr. Michael Hansen, leitender Oberarzt an der Magdeburger Uniklinik für Kardiologie und Angiologie. Das von Medizinern als Herzinsuffizienz bzw. Kardiomyopathie bezeichnete Leiden beruht auf einer krankhaften Überdehnung des Herzmuskels. Er entwickelt nicht mehr genug Kraft, um ausreichend Blut zur Versorgung sämtlicher Organe durch den Körper zu pumpen.

Spürbare Folgen sind unter anderem schnelle Ermüdung, Kurzatmigkeit beim Spaziergang oder beim Treppensteigen sowie Ödeme (Wasser in den Beinen).

Risiko hoher Blutdruck und kranke Gefäße

Eine chronische Herzschwäche entsteht selten aus heiterem Himmel. Voran geht oftmals ein unzureichend behandelter hoher Blutdruck, Verkalkungen der Herzkranzgefäße oder ein Herzinfarkt. Durch ständige Überlastung wird oftmals die Wand der linken Herzkammer immer dicker und die Kammer selbst immer größer. Als Folge sinkt die Kontraktionskraft – ein Teufelskreis, der schließlich zum Versagen des Organs führen kann.

Seit Jahren steigt die Zahl der Menschen, die wegen einer chronischen Herzschwäche behandelt werden müssen. Im Frühstadium der Erkrankung kann man das Herz mit Veränderungen der Lebensgewohnheiten und mit verschiedenen Medikamenten entlasten. Wenn das nicht ausreicht, können Kardiologen die Blutgefäße minimalinvasiv aufweiten.

Eine häufige Begleiterscheinung des vergrößerten und geschwächten Herzens ist eine elektrische Reizleitungsstörung, ein sogenannter Linksschenkelblock. Das kann dazu führen, dass die linke und die rechte Herzhälfte nicht mehr synchron arbeiten. Auch dadurch sinkt die Pumpkraft des Herzens.

Störungen des Herzschlags als Folge

Außerdem kann es zu Rhytmusstörungen und schlimmstenfalls zu dem lebensbedrohlichen Kammerflimmern kommen. Über die dann ratsamen Therapien informierte Dr. Hansen. Oftmals wird den Betroffenen ein sogenannter Defibrillator eingepflanzt. Das ist eine Art Herzschrittmacher, der über Elektroden ständig den Herzrhythmus registriert und im Fall einer lebensbedrohlichen Störung Stromimpulse abgibt, die den normalen Rhythmus wiederherstellen.

Über die jüngsten Fortschritte auf dem Gebiet der Herzchirurgie berichteten die Herzchirurgen Prof. Dr. Jens Wippermann, Direktor der Magdeburger Uniklinik für Herzchirurgie und Thorsten Staack, Leiter des Kunstherzprogramms am Uniklinikum. „In der Therapie fortgeschrittener Stadien der Herzmuskelschwäche wurden in den vergangenen Jahren viele Fortschritte erzielt“, so der Herzchirurg Thorsten Staack.

Künstliche Herzen oder Herztransplantation

Neben der sogenannten Koronararterien-Bypass-Chirurgie, bei der der Blutfluss um eine Verstopfung oder Verengung einer Herzarterie herumgeleitet wird, stellte der Herzchirurg sogenannte Ventrikuläre Unterstützungssysteme (VAD) und neue Kunstherzen vor, die seit diesem Jahr in Magdeburg implantiert werden. Sie übernehmen die Pumpfunktion des Herzens und werden entweder als eine Überbrückung zur Transplantation oder als eine Alternative zur Transplantation von den Herzchirurgen implantiert. Die eigentlich notwendige Herztransplantation kommt wegen der geringen Spenderzahlen leider nur für eine Minderheit der Menschen mit einer schweren Herzinsuffizienz in Betracht, so Prof. Wippermann.

Die Vorträge gibt es hier zum Nachschauen.