akz-i Keuchhusten bekommen doch nur Kinder! Wähnen Sie sich durch diesen Irrglauben sicher? Dann unterschätzen Sie das Erkrankungsrisiko für Erwachsene gewaltig.

Keuchhusten ist eine hoch ansteckende Infektionskrankheit. Der Erreger ist das Bakterium Bordetella pertussis. Die Ansteckung erfolgt über Tröpfcheninfektion, also z. B. durch Husten, Niesen oder auch Küssen. Da vielen eine Auffrischimpfung fehlt, erkrankten in den vergangenen Jahren immer häufiger Jugendliche und Erwachsene an Keuchhusten, wobei der Husten oft gar nicht als Keuchhusten diagnostiziert wird. Die Folge: Erkrankte Jugendliche und Erwachsene leiden nicht nur selbst unter den Symptomen, sondern können außerdem Säuglinge anstecken, die noch zu jung für eine Impfung sind.

Woran erkennt man Keuchhusten eigentlich? Über Wochen bis sogar Monate kommt es zu quälenden Hustenattacken. Ist der Patient erst einmal durch den Keuchhusten geschwächt, besteht das Risiko, dass er sich mit weiteren Keimen infiziert. Eine solche "Superinfektion" kann z. B. zu einer Mittelohr- oder Lungenentzündung führen. Was viele nicht wissen: Keuchhusten kann wiederholt auftreten und auch Erwachsene betreffen, die bereits in ihrer Kindheit diese Erkrankung hatten. Jährlich erkranken etwa 110.000 Erwachsene in Deutschland daran.

Schützen Sie sich mit einer Impfung! Aufgrund dieser Verbreitung rät die Ständige Impfkommission (STIKO) am Berliner Robert Koch-Institut seit Juli 2009 allen Erwachsenen zu einer Impfung gegen Keuchhusten. Denn die Immunität nach einer Impfung hält nur zirka fünf bis zehn Jahre an. Daher sollte nach der Grundimmunisierung und Auffrischung im Kindes- und Jugendalter eine weitere Impfung bei Erwachsenen erfolgen.

Sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt! Bei der nächsten Auffrisch-Impfung gegen Tetanus und Diphtherie sollte geprüft werden, ob gegen Keuchhusten geimpft werden sollte. Falls auch der Impfschutz gegen Polio bisher nicht aufgefrischt wurde, kann man sich dann mit einem Vierfach-Impfstoff gleichzeitig vor Tetanus, Diphtherie, Polio und Keuchhusten schützen. Die einmalige Auffrischung ist kostenlos und wird von vielen Krankenkassen im Rahmen von Bonusprogrammen belohnt.