Herr werden über Körpersprache und Lampenfieber

Körpersprache beachten:

Keine gute Figur gibt ab, wer die Arme verschränkt und auf einem Bein steht. Auch mit den Händen herumzufuchteln, sieht nicht gut aus. Sie bleiben am besten immer über der Hüftlinie. Hertlein rät, sich einen stabilen Stift zu nehmen, um den Händen etwas zu tun zu geben. Keine gute Idee sei es aber, einen Laserpointer zu halten.

Lampenfieber wegatmen:

Nervosität macht vielen bei Vorträgen zu schaffen. Damit die Stimme nicht brüchig und zittrig klingt, hilft es, zum Aufwärmen ein wenig zu summen. Hertlein empfiehlt außerdem, eine Atemübung zu machen und sich beim Ausatmen die Zehen als Ventile vorzustellen. „Da bläst man dann das Lampenfieber raus.“

Berlin (dpa) l Der eine kommt nicht zum Ende, der andere einfach nicht auf den Punkt. Der nächste ist furchtbar nervös und entschuldigt sich erst einmal langatmig dafür. Keine Frage, bei Vorträgen kann einiges schiefgehen. Für die Karriere ist es aber wichtig, dabei gut anzukommen. Das fängt schon als Student beim Uni-Referat an. Und es gilt erst recht für Berufstätige. Doch es kommt nicht nur darauf an, was man sagt. Sondern auch darauf, wie man es rüberbringt.

1. Hallo-wach-Effekt

Zu Beginn ist es wichtig, die volle Aufmerksamkeit zu bekommen. Rhetoriktrainer Gert Schilling empfiehlt hierzu einen „Ohröffner“: Das könne ein Witz oder eine persönliche Geschichte sein. So etwas müsse aber einen Bezug zum Thema haben, ergänzt Gerriet Danz, Kommunikationscoach aus Hamburg.

2. In der Kürze liegt die Würze

Ein typischer Anfängerfehler ist es, den Vortrag zu überfrachten, sagt Margit Hertlein, Vortragsrednerin und Coach aus Weißenburg in Bayern. „Ein Vortrag wird nicht besser dadurch, dass man alles hineinstopft, was man weiß.“ Schilling vergleicht das mit dem Packen eines Wanderrucksacks, der nicht zu voll werden darf. Es gehe darum, das Wichtige in wenigen Worten zu vermitteln.

3. Kernbotschaften

Am besten notieren Redner sich die Kernbotschaften, die sie auf jeden Fall rüberbringen wollen, rät Hertlein. Diese sollten sie bereits in der Einleitung vorstellen und zum Schluss nochmal wiederholen. „Dann bleiben sie besser hängen“, erklärt Danz.

4. Publikum einbinden

Um Zuhörer einzubinden, eignen sich Fragen ans Publikum, empfiehlt Hertlein. Der Klassiker: Ein Problem schildern und in die Runde fragen: „Wer von Ihnen kennt das?“ Der Vortragende kann auch Zettel verteilen, mit denen Zuhörer sich einbringen können. Eine kreative Variante hiervon ist eine Schneeballschlacht, erklärt Hertlein. Dabei schreiben Teilnehmer Fragen auf Papier, knüllen es zusammen und werfen die Kugeln auf die Bühne.

5. Dauer abschätzen

Es ruiniert den besten Vortrag, wenn man sich verkalkuliert und am Ende alles nur noch schnell herunterrattert. Die Dauer des Vortrags muss man daher realistisch einschätzen. Dazu übt man ihn am besten vorher einmal laut vor einem Bekannten – und klickt sich nicht nur durch die Folien

6. Technik

Hier gilt das Motto: Weniger ist mehr. Man darf den Vortrag nicht eins zu eins auf Powerpoint-Folien übertragen. Sonst hört keiner mehr zu, sondern alle lesen nur mit, erklärt Schilling. „Betreutes Vorlesen“ nennt er das. Zwischendurch bietet es sich daher an, mal eine schwarze Folie zu zeigen - das zieht die Aufmerksamkeit wieder auf den Sprecher. Auch ein Wechsel zum Flipchart kann Vorträge auflockern, ergänzt Danz. Das Zeichnen auf Papier habe zudem zwei Vorteile: Es wirke lebendiger, als nur die nächste Folie per Knopfdruck aufzurufen. „Und es zwingt einen dazu, zu vereinfachen.“

7. Ende gut, alles gut

Vortragende dürfen den Ausstieg nicht vergessen: „Der erste Eindruck entscheidet, aber der letzte Eindruck bleibt“, erklärt Schilling. Wichtig für den gelungenen Schlusspunkt ist, dass Zuhörer die Struktur nachvollziehen können. Hierfür sollte man beim Vortrag einen Bogen spannen. Dazu dient ein Dreischritt: Der Redner kündigt zuerst seine Kernpunkte an. Dann geht er die Punkte durch. Und am Ende fasst er sie noch einmal zusammen.