Auskunft zu Aktien und anderen Geldanlagen gaben am Dienstag beim Telefonforum vier Experten vom Bundesverband deutscher Banken. Lesen Sie hier eine Auswahl von Fragen und Antworten.

Frage: Ich möchte für mein sechsjähriges Enkelkind 1000 Euro in Aktien anlegen, bis zu dessen 18. Lebensjahr. Zu welcher Aktie raten Sie mir?

Antwort: Eine Aktienanlage sollte breit gestreut werden. Dafür aber ist der anzulegende Betrag von 1000 Euro zu niedrig. Eine Alternative sind Aktienfonds, denn mit Aktienfonds kann der Anleger auch kleinere Beträge breit gestreut und damit risikomindernd in Aktien investieren. Nehmen Sie Rücksprache mit den Eltern wegen der Formalitäten der Anlage.

Frage: Meine Lebensversicherung in Höhe von 60000 Euro wird fällig. Soll ich alles in Aktien anlegen?

Antwort: Legen Sie Ihr Geld nicht einseitig an, sondern teilen Sie es auf verschiedene Anlagen auf. Zunächst sollten Sie für sich die Frage beantworten, ob das Geld kurz-, mittel- oder langfristig angelegt werden sollte und welche Teilbeträge für wie lange angelegt werden sollen. Dann können Sie verschiedene Anlageklassen in Betracht ziehen wie Aktien, Renten, Rohstoffe und so weiter. Dabei ist die Risikoneigung zu beachten. Aktien sind Risikopapiere, für eine sinnvolle Aktienanlage benötigt man einen langfristigen Anlagehorizont. Also nur den Teil in Aktien und Rohstoffen anlegen, den man langfristig entbehren kann.

Frage: Ist jetzt der richtige Zeitpunkt, um in Aktien einzusteigen?

Antwort: Die Wirtschaft kommt wieder in Schwung, viele Unternehmen verzeichnen steigende Erträge. Gemessen an den Kurs-Gewinn-Verhältnissen gelten nicht zuletzt viele deutsche Standardaktien als günstig bewertet. Die Erfahrung zeigt, dass Aktien langfristig festverzinsliche Anlagen schlagen. Wer langfristig Vermögen aufbauen und höhere Renditechancen nutzen möchte, für den kann es sich lohnen jetzt in Aktien anzulegen. Aber nicht vergessen: Aktien sind Beteiligungen an privaten Unternehmen, ein Gewinn ist nicht garantiert.

Frage: Wenn mir 4 Prozent Zins für ein Jahr geboten wird, ist das sicher?

Antwort: Der Zins liegt weit über dem marktüblichen Zins. Für Bundesschatzbriefe zum Beispiel gibt es auf sechs Jahre nicht einmal 2 Prozent. Wenn Ihnen aktuell jemand 4 Prozent bietet, dann ist wohl ein Haken daran.

Frage: Ich habe eine "nachrangige" Anleihe gekauft. Was bedeutet das für mich?

Antwort: Sollte der Herausgeber der Anleihe in Konkurs gehen, werden Sie das Geld für Ihre Anlage erst bekommen, wenn alle anderen Anleger oder Gläubiger bedient sind. Wichtig ist deshalb die Bonität des Herausgebers. Je höher das Risiko ist, desto höher ist der Zins, der gezahlt werden muss.

Frage: Wir haben europäische Aktienfonds und europäische Aktien. Soll die Struktur verändert werden?

Antwort: Europäische Werte haben gute Perspektiven. Dennoch sollten Sie überlegen, breiter zu streuen und auch andere Regionen wie Nordamerika und asiatische und lateinamerikanische Schwellenländer zu berücksichtigen. Denken Sie zudem an eine breite Branchenstreuung, auch an Rohstoffwerte. Wichtig ist eine gute Bankberatung, die die Anlegermentalität berücksichtigt.

Frage: Wo kann ich Goldstücke umtauschen in Euro?

Antwort: Gängige Goldmünzen können Sie bei Kreditinstituten umtauschen. Gewöhnlich werden die Goldmünzen in die Zentralabteilungen zur Überprüfung eingeschickt, die Gutschrift für den Kunden erfolgt danach.

Frage: Ich habe vor drei Jahren in britische Lebensversicherungen investiert. Wie sind hier die Erfolgschancen?

Antwort: Es handelt sich hierbei nicht um ein Wertpapier, sondern um eine unternehmerische Beteiligung. Das Chance-/Risikoverhältnis richtet sich nach dem Erfolg der Versicherungspolicen. Ohne weitere Angaben können wir das Risiko nicht einschätzen.

Frage: Sind Offene Immobilienfonds noch eine sinnvolle Anlage?

Antwort: Immobilien und entsprechend auch Offene Immobilienfonds gelten als stabile und inflationssichere Anlage und sind ein Baustein in der Vermögensanlage. Sie sollten aber nicht übergewichtet werden, der Anteil sollte nicht mehr als maximal 20 bis 25 Prozent betragen.

Frage: Ich habe Offene Immobilienfonds, die "geschlossen" wurden. Wie kann ich trotzdem an mein Geld kommen?

Antwort: Sie können die Fondsanteile an der Börse verkaufen, allerdings mit mehr oder weniger deutlichem Preisabschlag. Es scheint deshalb sinnvoll, von dieser Möglichkeit nur im Notfall Gebrauch zu machen.

Frage: Soll ich 10000 Euro in Bundesschatzbriefe anlegen? Wie sind die Konditionen? Gibt es Alternativen?

Antwort: Bundesschatzbriefe werden nach wie vor als eine der sichersten Anlage gesehen. Entsprechend niedrig ist die Verzinsung, die im ersten Jahr mit 0,5 Prozent beginnt und von Jahr zu Jahr steigt. Nach sechs Jahren Laufzeit beträgt die Rendite 1,64 Prozent. Da können andere Anlagen attraktiver sein. Fragen Sie Ihre Bank danach.

Frage: Neben festverzinslichen Anlagen haben wir auch ein Aktiendepot mit Schwerpunkt deutsche Aktien. Sollen wir die Aktien nach dem Kursanstieg in den letzten Wochen verkaufen?

Antwort: Es kann nicht schaden, hin und wieder Kursgewinne zu realisieren. Andererseits sollte sich aufgrund vieler guter Unternehmensdaten und sich stark verbessernder Wirtschaftsdaten weiteres Aufwärtspotential ergeben. Wenn Sie jetzt verkaufen, können Sie von künftigen Kurssteigerungen nicht mehr profitieren.

Frage: Sparbrief oder Aktienfonds – wie soll ich mein Geld anlegen?

Antwort: Das sind völlig unterschiedliche Anlagen. Sparbriefe haben hohe Sicherheit, eine feste Laufzeit und werden am Laufzeitende zu 100 Prozent zurückgezahlt. Sie bieten aber nur niedrige Zinsen. Aktienfonds legen in zahlreiche Aktien an, die Laufzeit ist in der Regel unbegrenzt. Der Anleger kann Aktienfonds freilich zum aktuellen Wert jederzeit verkaufen. Aktien sind aber Risikopapiere und wie Aktienfonds nur für Anleger geeignet, die bereit sind Kursschwankungen hinzunehmen.

Frage: Lohnen sich im derzeitigen Umfeld festverzinsliche Fondsanlagen?

Antwort: Langlaufende Anleihen sollte man in Niedrigzinsphasen – wie heute – nicht wählen. Alternativen gibt es, wenn man außerhalb Europas in Festzinsen investiert, beispielsweise in Anleihen von Ländern wie China, Brasilien, Mexiko und so weiter. Hier werden Zinsen von 4 bis 7 Prozent gezahlt. Hierfür gibt es auch bei ihrer Bank Investmentfondslösungen, um eine breite Risikostreuung zu gewährleisten.

Frage: Ich bin 73 Jahre und möchte 30000 Euro anlegen. Beraten Sie mich bitte!

Antwort: Für einen Anlagevorschlag bedarf es nicht nur des Anlagebetrages, sondern Ihrer persönlichen Situation und Anlageziele. Auch bestehendes Vermögen ist zu berücksichtigen sowie Ihre Risikomentalität und der gewünschte Anlagezeitraum.

Frage: Was ist der Unterschied zwischen Vorzugsaktien und Stammaktien?

Antwort: Vorzugsaktien haben kein Stimmrecht, dafür aber den "Vorzug" eines Dividendenaufschlags. Mit Stammaktien dagegen ist ein Stimmrecht für den Aktionär verbunden.