Berlin (dpa) l Waschmaschinen sind Stromfresser. Verbraucherschützer und Industrieverbände sehen hier ein erhebliches Sparpotenzial. Das liegt nicht nur daran, dass alte Geräte nicht wirklich effizient sind. Es liegt auch am Verbraucher selbst: Er stellt die Temperatur höher als notwendig ein, nutzt das Ladevolumen der Trommel nicht aus oder wünscht eine Vorwäsche, was die Waschzeit verlängert.

In Deutschland werden für diese Hausarbeit jährlich mehr als 600000 Tonnen Waschmittel, rund 330Millionen Kubikmeter Wasser und sechs Milliarden Kilowattstunden Strom verbraucht, schätzt die Initiative "Forum Waschen". Viel Energie lässt sich durch den Kauf einer neuen Maschine sparen. Laut Stiftung Warentest beträgt der Strom- und Wasserverbrauch eines neuen Gerätes rund die Hälfte gegenüber einem 15 Jahre alten Modell.

"Beim Kauf der Waschmaschine ist das Energieeffizienz-Label ein wichtiges Kriterium", erläutert Brigitte Kluth-Kosnik von der Stiftung Warentest. Darauf verdeutlichen farbige Balken und Klassen den Stromverbrauch - am besten ist A+++ beziehungsweise die Farbe Grün, am schlechtesten sind G und Rot. Derzeit müssen alle Neugeräte mindestens die Werte der Klasse A erfüllen.

Auf dem Label finden sich auch Angaben zum jährlichen Strom- und Wasserverbrauch bei einer Nutzung von 220 Waschzyklen. Die Berechnung geht auf Waschgänge bei 60 Grad mit voller und halber Beladung sowie bei 40 Grad mit Teilbeladung zurück. Bei diesen Verbrauchswerten gilt generell: Je niedriger sie sind, umso besser.

Der Verbraucher kann die Effizienz eines Waschgangs beeinflussen: Er sollte die Trommel voll machen. Denn: "Am meisten Ressourcen werden verschwendet, wenn man das Volumen nicht ausnutzt", sagt Kluth-Kosnik. Wie viel maximal hineinkann, gibt die Füllmenge an. Sie bezieht sich auf die Beladung im Standardwaschprogramm für Baumwolle bei 60 oder 40 Grad.

Die Schleuderwirkung wird ebenfalls in Klassen eingeteilt. Vor allem wer seine Wäsche ganzjährig im Wäschetrockner trocknet, braucht hier ein gutes Gerät. "Er sollte darauf achten, dass die Waschmaschine eine hohe Schleuderdrehzahl hat, zum Beispiel 1400", rät Glassl. Bei den meisten Maschinen lässt sich die Schleuderzahl variieren. "Wenn die Wäsche im Freien getrocknet werden kann, reichen 800 Umdrehungen pro Minute durchaus." Das brauche nicht nur deutlich weniger Energie, die Wäsche knittere auch weniger stark.

Die neuen Geräte verfügen über eine Auswahl an Programmen für die verschiedenen Textiltypen und Verschmutzungsgrade. Nachhaltig wäscht man, wenn man seine Programme wirklich kennt und gezielt einsetzt. Auf dem Etikett der Kleidung steht, wie heiß sie gewaschen und ob sie eventuell nur schonend gereinigt werden darf. "Einzelne Flecken werden am besten vorbehandelt", erläutert Josefa Stegherr, Beraterin beim Verbraucherservice Bayern in Augsburg. "Vorwäsche ist nur bei großen, verschmutzten Teilen wie etwa Tierdecken, Arbeitskleidung oder stark verdreckten Sporttrikots notwendig", sagt Glassl.

Wenig verschmutzte Textilien können im Kurzprogramm sauber werden. Aber: Die Länge des Waschprogramms macht für den Energieverbrauch relativ wenig aus, da der meiste Strom für das Aufheizen des Wassers benötigt wird. Wer wirklich sparen will, sollte statt 40 Grad 30 einstellen.

Wer hygienisch einwandfrei waschen will, sollte 60 Grad einstellen. Küchentextilien, Handtücher und Unterwäsche werden aber mit einem Universal- oder Vollwaschmittel in Form von Pulver, Tabs oder Perlen in der Regel auch schon bei 40 Grad sauber.

Wie viel Waschmittel benötigt wird, richtet sich nach dem Volumen der Trommel, dem Verschmutzungsgrad und der Wasserhärte. Die beste Orientierung für die Dosierung liefern die Angaben auf der Verpackung.