Bonn (dapd). Krach um die ehemalige Telefonnummer der Bahn-Auskunft: Bis Ende 2008 bekamen Kunden der Deutschen Bahn unter der Rufnummer 11861 Fahrplan- und Fahrkarteninformationen. Dann stellte das Unternehmen den Auskunftsdienst unter dieser Nummer ein. Jetzt soll der neue Besitzer der noch in vielen Telefonbüchern stehenden und in zahlreichen Handys voreingestellten Rufnummer diese benutzt haben, um Verbraucher abzuzocken, wie die Bundesnetzagentur gestern mitteilte.

Die Aufsichtsbehörde ordnete die Abschaltung der Auskunftsdienstnummer 11861 an. Gleichzeitig verpflichtete sie den Betreiber, die für Weitervermittlungsdienste gezahlten Entgelte auf Anforderung der Verbraucher zurückzuzahlen und noch nicht gezahlte Entgelte nicht mehr einzuziehen.

Der Vorwurf der Aufsichtsbehörde: Zwischen April und Oktober dieses Jahres soll die vorgeschriebene Preisansage vor der Weitervermittlung unterblieben sein. Seit November habe es zwar eine Preisansage gegeben. Diese sei jedoch so langatmig gewesen, dass allein sie die Verbraucher 3,98 Euro gekostet habe. Dies sei "ein bewusster Verstoß gegen den gesetzlichen Verbraucherschutz", so die Netzagentur.

Der Betreiber des Auskunftsdienstes hatte sich im Dezember 2009 die ehemalige Rufnummer der Bahn-Auskunft gesichert. Weil sie noch in vielen Telefonbüchern und Handys auftaucht, hätten auch nach der Zuteilung an einen neuen Inhaber viele Verbraucher die Nummer in dem irrigen Glauben angerufen, den Auskunftsdienst der Deutschen Bahn zu erreichen, berichtete die Netzagentur. Stattdessen landeten sie bei einem Auskunftsdienst, der 1,99 Euro je angefangener Minute kassierte und das nicht nur für die eigentliche Auskunft, sondern auch für die weitervermittelten Gespräche.