Magdeburg (vs) l Selbstverletzendes Verhalten steht aus Anlass des diesjährigen internationalen „Self Injury Awareness Days“ (Tag zur Aufklärung über selbstverletzendes Verhalten) im Mittelpunkt des 148. Medizinischen Sonntags am 1.März.

Die Mediziner Saskia Thérèse Schirmer, Ärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, und Dominik Albrecht, Oberarzt und Leiter der Ambulanz für Traumafolgestörungen an der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Magdeburg, geben Auskunft über die Hintergründe von selbstverletzendem Verhalten sowie Möglichkeiten, auf dieses zu reagieren und Hilfe für die Betroffenen zu suchen.

Nicht nur Kinder- und Jugendpsychiater beobachten in Deutschland eine Zunahme von selbstverletzendem Verhalten, es kann ebenfalls im Rahmen psychiatrischer Erkrankungen ein Symptom sein. Schätzungsweise 800. 000 Menschen in Deutschland haben sich in ihrem Leben mehrmalig selbst verletzt. Verlässliche statistische Angaben über die Häufigkeit von selbstverletzendem Verhalten in Deutschland liegen jedoch noch nicht vor.

Beim selbstverletzenden Verhalten fügt man sich selbst bewusst Schmerzen zu, die nicht selten Spuren in Form von beispielsweise Narben hinterlassen. Es handelt sich dabei nicht um ein eigenständiges Krankheitsbild, sondern um ein Symptom einer psychischen Störung. Zu den häufigsten Formen der Selbstverletzungen gehören das Zufügen von Schnittverletzungen mit scharfen Gegenständen, wie mit Messern, Rasierklingen u. ä., meistens an Armen und Beinen, aber auch im Brust- und Bauchbereich.

Auch Verbrennungen oder Verätzungen können Ausdruck von Selbstverletzungen sein. Besonders Jugendliche mit psychischen Störungen oder einer Vielzahl sozialer Probleme gehören zu den Risikogruppen und können selbstverletzendes Verhalten entwickeln. Auch ältere Menschen können betroffen sein.

Die Referenten möchten in ihren Vorträgen über die Ursachen dieses Verhaltens berichten sowie die Bedeutung und Prävention von selbstverletzenden Verhalten erklären. Die Sensibilisierung für dieses Thema ist sehr wichtig; Bewusstsein führt zu Verständnis und Einfühlungsvermögen, verbannt Urteil und Angst und reduziert die Anzahl der Menschen, die sich allein fühlen und meist unbemerkt leiden.

Der Medizinische Sonntag – eine gemeinsame Veranstaltungsreihe von Urania, Volksstimme und Universitätsmedizin Magdeburg – beginnt am Sonntag um 10.30 Uhr im Uni-Hörsaal 1, Gebäude 26 (Nähe Uni-Bibliothek) in Magdeburg in der Pfälzer Straße. Interessierte sind herzlich willkommen. Der Eintritt ist frei.