Magdeburg | Sie ist nicht nur eine der beliebtesten Apps, sondern auch kontrovers diskutiert: Whatsapp. Der Messenger-Dienst findet auf Millionen von Smartphones statt und sorgt doch immer wieder für Debatten.Insbesondere jetzt, da WhatsApp jüngst für Schlagzeilen gesorgt hat im Bezug seiner neuen AGB, die Datenschützer aufschreien lassen.

Neue Verschlüsselungstechniken von Herstellern mit Namen wie Signal oder dem Versprechen Sicherheitslücken zu schließen wie bei Ginlo oder Telegram und deren gleichnamigen Apps sich in den Stores tummeln, wollen die Nutzer anziehen. WhatsApp und seine Konkurrenten in der Einzelbetrachtung:

WhatsApp

Unter den Messenger-Diensten die App, die am meisten heruntergeladen wurde. Eine einfache Bedienung, viele Funktionen wie Versenden von Standorten, Bildern, Videos oder Dateien sowie die leichte Handhabe mit Gruppenchats machen WhatsApp zum Allrounder. Obendrauf gibt es eine sogenannten Ende-zu-Ende-Verschlüsselung (kein Dritter hat Einsicht auf Nachrichten), die Privatsphäre herstellen soll. Auch eine Desktop-Funktion wird angeboten, die jedoch vor allem auf Windows-Rechnern Probleme hat und gerne mal die Verbindung kappt. Aktuell steht die App wegen der neuen Allgemeinen Geschäftsbedingung in der Kritik. Sie zwingt den Nutzer einen Datenaustausch mit der Mutter-Firma Facebook zu erlauben. Datenschützer schreien auf. Jedoch: europäische Nutzer sind außen vor und müssen wegen den strengen Datenschutzrichtlinien (DSGVO) vorerst keine Zwangszustimmung abgeben.

Signal

Signal zählt zu den sichersten Messenger-Diensten auf dem Markt - immerhin soll der bekannte Datenschützer Edward Snowden höchstselbst die App nach eigenen Aussagen selber nutzen. Mit nur einem Klick kann man Nachrichten für immer löschen, es lassen sich Audionachrichten verschicken und über die App telefonieren, wahlweise auch per Video. Auch Gruppenchats und Videonachrichten zählen zum Sortiment von Signal - und somit alle wichtigen Funktionen, die WhatsApp auszeichnet. Der große Unterschied: Signal ist eine sogenannte Open-Source-Software (Programmier-Code, der öffentlich zugänglich ist). Somit kann praktisch jeder auf den Quellcode schauen und so Missstände in Sachen Datensicherheit aufdecken. Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung die Signal nutzt, hat sich der Konkurrent WhatsApp dabei ganz genau angeschaut und nutzt sie seither selbst.

Telegram

Telegram wurde von zwei russischen Brüdern entwickelt. Interessant an Telegram ist vor allem die Menge an Dateien, die über den Messenger verschickt werden können. Diese ist nämlich endlos. Telegram nutzt, wie die meisten seiner Konkurrenten eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Die Nachrichten bei letzter Variante, die man in sogenannten Secret Chats verschickt, zerstören sich nach einer gewissen Zeit selbst. Unabhängig von dubiosen Chats in öffentlichen Telegram-Gruppen, die medial immer wieder für Schlagzeilen sorgen zeigt sich beim beliebten Messenger auch datenschutzrechtlich Probleme, wie der Test beweist.  

Ginlo

In Deutschland entwickelt wurde die App Ginlo. Bei Ginlo hat man, wie bei den Konkurrenten, die wichtigsten Ausstattungen zur Hand. Spannend beim deutschen WhatsApp-Pendant: Nachrichten schreiben und zu einem bestimmten Zeitpunkt automatisch verschicken lassen. Ein weiteres interessentes Merkmal, zeigt sich in der Verifizierung (Nachweis, dass ich das auch wirklich bin) von persönlichen Kontakten: bei einem persönlichen Treffen außerhalb des Internets und mit einem weiteren Ginlo-User, kann man dessen QR-Code auf dem Handy einscannen und so verifizieren.

Threema

Ein Blick in die Schweiz zeigt: auch hier wurde auf einen konkurrenzfähigen Messenger-Dienst gearbeitet, der obenauf Besonderheiten mit sich bringt. Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, Nachrichten werden nach erfolgreicher Übermittlung vom Server des Unternehmens gelöscht und bei einer Synchronisierung der Kontakte, werden diese nur anonymisiert auf den Server übertragen. Spannend: Einzelne Chats lassen sich mit einem PIN-Code oder dem Fingerabdruck schützen. Außerdem benötigt Threema keine Handy-Nummer zur Registrierung. So kann man die App sogar mit einem Handy ohne eingelegte SIM-Karte nutzen. Die Sonder-Features haben jedoch ihren Preis: rund vier Euro kostet die App in den gängigen Stores.

So gerne man sich für eine der Alternativen zu WhatsApp entscheidet, bleibt ein großes Problem jener immer im Raum: bisher nutzen nur wenige Menschen regelmäßig Threema, Signal und Co.