Waschmittelwerk Genthin

128 Mitarbeiter stehen in Genthin auf der Straße

Für das traditionsreiche Waschmittelwerk in Genthin ist kein Investor
gefunden worden. 128 Mitarbeiter müssen sich arbeitslos melden. Die
Produktion wird zunächst gestoppt. Aber der Betriebsrat hat die Hoffnung
auf einen Geldgeber noch nicht aufgegeben.

Genthin l "Es gibt weiterhin Gespräche mit möglichen Investoren, um den Standort zu retten. Doch die Zeit war zu knapp", sagte Betriebsratschef Olaf Thiele am Dienstagvormittag der Volksstimme vor den Werkstoren in Genthin. Die Mitarbeiter des Werks seien ab Mittwoch vom Dienst freigestellt und müssten sich arbeitslos melden, so Thiele. Am Mittwochmorgen werde die Arbeitsagentur vor Ort sein und eine erste Betreuung für die Beschäftigten gewährleisten.

Seit Anfang Mai hatten die Mitarbeiter im Waschmittelwerk um ihre Arbeitsplätze gebangt. Damals meldeten die beiden Produzenten in der Chemiefabrik, Gemini und Luhns, Insolvenz an. Die Suche nach einem Nachfolger für den Standort gestaltete sich auch deshalb schwierig, weil der Eigentümer des Werks - die schweizer Gemini Holding - nicht von der Zahlungsunfähigkeit betroffen war. An der Gesellschaft sind die Brüder Khodayar und Zolfaghar Alambeigi mehrheitlich beteiligt. Die Iraner waren auch für die vorherige Insolvenz des Waschmittelwerks im Juli 2014 verantwortlich.

Politiker, Gewerkschaft und Betriebsrat hatten in den vergangenen Wochen erfolglos versucht, sich bei der Investorensuche zu engagieren. Für die Rettung des Standortes wären schnelle Lösungen nötig gewesen. Doch die habe es in den Gesprächen mit Gemini nicht gegeben, beklagte der Genthiner Bürgermeister Thomas Barz (parteilos). "Bis zuletzt haben wir gehofft, dass eine Freistellung aller Beschäftigten abgewendet werden kann. Jetzt ist ein strukturierter Investorenprozess gefragt, der dem Waschmittelwerk Genthin wieder eine Zukunftsperspektive gibt", sagte Wirtschaftsminister Hartmut Möllring (CDU).