Die Besitzverhältnisse am Halberstädter Dom sind erstaunlich: Der Staat betreibt dort eine Kirche, und die Kirchengemeinde betreibt ein Museum. Wer unbefangen auf das Arrangement blickt, könnte auf den Gedanken kommen, dass es andersherum sinnvoller wäre. Doch was hilft’s! Eine Änderung ist nicht in Sicht.

Es muss also darum gehen, aus der Lage das Beste zu machen. Das bedeutet: Der Domschatz muss weiterhin geöffnet sein – im Interesse der Touristen, die Einzigartiges präsentiert bekommen, ebenso wie im Interesse der Region. Wenn das Museum aber mehr Ausgaben als Einnahmen hat, läuft etwas schief. Offensichtlich ahnen viele Touristen gar nicht, was sie in Halberstadt erwartet. Dringend nötig ist ein besseres Marketing. Die Gemeinde kann das nicht stemmen – hier ist die Stiftung Dome und Schlösser ebenso gefragt wie die Investitions- und Marketinggesellschaft des Landes. Ein Eintrittsgeld an der Kirchentür wäre die schlechteste Lösung.