Magdeburg l Der umstrittene Weißenfelser Gymnasialdirektor Jürgen Mannke will ein Buch über die Integration von Ausländern schreiben. Dafür werde er die 3000 Briefe und E-Mails auswerten, die er in den vergangenen Wochen erhalten habe, kündigte er am Dienstag an.

Mannke hatte als Landeschef der Gymnasiallehrer-Vertretung Philologenverband bundesweit Empörung und Zustimmung ausgelöst. In einem Leitartikel warnte er Anfang November vor den sexuellen Bedürfnissen „junger, oft auch ungebildeter“ muslimischer Einwanderer. Gefährdet seien „unsere jungen Mädchen im Alter ab zwölf Jahren“. Nach heftiger Kritik aus der Politik, aber auch aus dem Philologenverband selbst trat Mannke am 4. Dezember zurück. Seine Co-Autorin, Vize-Vorsitzende Iris Seltmann-Kuke, ist hingegen weiterhin im Amt.

"Invasion war totaler Blödsinn"

Er bedaure, dass er Einwanderer pauschalisierend als Gefahr für junge Mädchen dargestellt habe, sagte Mannke der Volksstimme. Auch die Formulierung „Immigranteninvasion“ sei ein Fehler gewesen, „totaler Blödsinn, darüber ärgere ich mich selbst“. Zum zweiten Teil des Textes, einer Warnung vor Parallelgesellschaften, stehe er weiterhin.

Integration könne nur gelingen, wenn Flüchtlinge nicht abgeschottet lebten, sondern unter Deutschen untergebracht würden. „Dazu habe ich auch von integrierten Ausländern viele interessante Dinge erfahren, vor allem von Frauen“, sagte Mannke. Gleichzeitig müssten die Neuankömmlinge die deutschen Werte respektieren. Das geplante Buch soll nach Möglichkeit im März erscheinen.

"Das hat mir richtig wehgetan"

Gebrochen hat der Pädagoge mit einstigen Mitstreitern aus dem Philologenverband. Eine Mehrheit im Landesvorstand habe versucht, ihn hinterrücks aus dem Amt zu drängen. „Am 7. November haben Frau Seltmann-Kuke und ich intern unseren Rücktritt angeboten. Das hat der Vorstand einstimmig abgelehnt. Aber wenige Tage später haben sich fünf Vorstandsmitglieder heimlich getroffen und mir anschließend den Rücktritt nahegelegt. Das hat mir richtig wehgetan.“

Mannke hat den Verband mittlerweile verlassen. Dieser agiert derzeit ohne Vorsitzenden, Ende des nächsten Jahres soll eine Neuwahl erfolgen.

Politisch will sich Mannke auch weiterhin in der CDU engagieren. Dort fühle er sich zu Hause – nicht in der AfD, die ihm zu seinem Beitrag gratuliert hatte. Mannke ist seit vielen Jahren CDU-Mitglied und berät die Partei in Schulfragen. Zwar habe er auch von Ministerpräsident Reiner Haseloff Gegenwind bekommen, „aber das war eine ordentliche Streitkultur“.