Gerbstedt (dpa) l Berufstätige Frauen sind in Sachsen-Anhalt vor allem in Teilzeit- und Minijobs zu finden. Fast jede zweite Frau in einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung arbeitet in Teilzeit, wie die Regionaldirektion der Agentur für Arbeit am Donnerstag in Gerbstedt (Landkreis Mansfeld-Südharz) im Vorfeld des Internationalen Frauentages am 8. März mitteilte. Weibliche Führungskräfte sind zwischen Arendsee und Zeitz dagegen selten: Nur ein gutes Drittel der Beschäftigten mit Aufsichts- und Führungsfunktion sind weiblich.

Auch bei den Minijobbern ist der größere Anteil der Beschäftigten, nämlich 54 Prozent, weiblich. "Wir haben es auf dem Arbeitsmarkt noch immer häufig mit dem traditionellen Rollenbild zu tun", erklärte Markus Behrens, Geschäftsführer der Regionaldirektion. Während die Männer auch in den Hochphasen der Familien- und Erziehungszeiten oft bei ihrem Vollzeitjob blieben, gingen viele Frauen zugunsten der Kindererziehung eher in Teilzeit arbeiten.

Sogenannte typische Frauenberufe tragen laut Regionaldirektion zu dem Bild bei. Im Sozial- und Gesundheitswesen, wo rund 77 Prozent der Beschäftigten weiblich seien, und anderen Berufen etwa im Dienstleistungsbereich sind den Angaben zufolge Teilzeitmodelle an der Tagesordnung. Das hat nicht nur unmittelbare Auswirkungen auf Einkommens- und Aufstiegschancen: "Der hohe Anteil von Frauen in Teilzeit- und Minijobs wird für viele langfristig Risiken bei der Altersversorgung mit sich bringen. Frauen sind stärker von Altersarmut bedroht als Männer", erklärte Eva von Angern, Vorsitzende des Landesfrauenrats Sachsen-Anhalt.

Änderung sei jedoch auf längere Sicht möglich: Noch nie seien die Chancen für eine gute und stabile Berufsbiografie für Frauen in Sachsen-Anhalt so gut wie jetzt gewesen, machte Behrens jungen Frauen Hoffnung.