Das Problem ist nicht neu, aber es spitzt sich zu: Immer mehr Lehrlinge werfen hin. Die Gründe sind vielschichtig. Einerseits beklagt die Wirtschaft oftmals mangelnde Ausbildungsreife und fehlende Orientierung. Andererseits kommen Lehrlinge mit der vielfach zu geringen Ausbildungsvergütung einfach nicht über die Runden. Es darf nicht überraschen, dass die Abbruchquoten vor allem in schlecht bezahlten Berufen wie Friseuren oder Köchen extrem hoch sind.

Im Koalitionsvertrag von Union und SPD ist verankert, ab Januar 2020 eine Mindestvergütung für Lehrlinge durchzusetzen – ein Schritt in die richtige Richtung. Allerdings sollte ernsthaft erwogen werden, die Vergütungen in Branchen mit besonders hohen Abbruchquoten früher anzuheben. Die derzeit in Sachsen-Anhalt diskutierte Einführung eines Azubi-Tickets wäre eine weitere Möglichkeit, Lehrlinge finanziell zu entlasten. Die Arbeitgeber haben genug über die Lage gejammert. Sie sind gefordert, die Rahmenbedingungen für attraktive Jobs zu schaffen.