Magdeburg l Der Grundsatzbeschluss fiel im letzten Herbst, jetzt hat das Bundesverkehrsministerium die Gelder frei gegeben. 19 Millionen Euro liegen bereit, um die A 2 bei Magdeburg gründlich zu sanieren. Dieses Jahr kommt die Fahrtrichtung Hannover an die Reihe. Die Baustelle wird mit 12 Kilometern sehr lang: Sie beginnt an der Elbebrücke Hohenwarthe und geht bis zum Autobahnkreuz Magdeburg. Das heißt: engere Fahrspuren, Unfallgefahr, Staus.

In den Monaten April und Mai wird die Baustelle eingerichtet. Ab Juni wird es dann eng. Bis November zieht sich der Bau hin. Das Vorhaben besteht aus zwei Teilen.

Die Brücke

Der Stahl im Innern des Kolosses ist an mehr als 300 Stellen gerissen. Schweißen hilft nicht. Nun werden an diese Stelle Stahlgelenke geschraubt. Davon bekommen die Autofahrer nicht viel mit; die Arbeiter stecken im Bauch der Brücke unter der Fahrbahn. Oben wird die Piste von drei auf zwei Fahrspuren verengt. Das ist nötig, um die zu reparierenden Stellen zu entlasten.

Die Fahrbahn

Nach der Brücke schwenkt der gesamte Verkehr auf die andere Seite der Autobahn. Dort gibt es dann zwei Spuren für die Richtung Hannover, zwei verbleiben für die Fahrer in Richtung Berlin. Das heißt: Es wird eng. Die Fahrbahn in Richtung Hannover wird gesperrt und komplett saniert. Alter Beton runter, neuer Beton drauf. „Nach fast 25 Jahren ist das nötig“, sagt Uwe Langkammer, Chef der Straßenbaubehörde.

Anschlussstellen

Wer in Richtung Westen will, muss bei den Anschluss-Stellen aufpassen. Magdeburg-Kannenstieg bleibt für die gesamte Bauzeit bis in den Herbst gesperrt. Für den Anschluss Magdeburg-Zentrum gibt es Not-Auffahrten. Aber: Im Sommer (Juli oder August) wird dann auch die große Anschluss-Stelle Zentrum (in Richtung Hannover) dicht gemacht. Für mindestens vier Wochen. „Wenn der Betonierer die Stelle passiert, geht das nicht anders“, sagt Langkammer. Zudem muss der Beton vier Wochen aushärten. Für Autofahrer heißt das: Wer in Richtung Hannover auf die Autobahn will, muss entweder in Magdeburg-Rothensee auffahren oder bis zum Autobahnkreuz (A 14/A 2) fahren.

Stadtverkehr

Passiert in der Baustelle ein Unfall – was trotz Vorwarnschilder bei Engstellen immer wieder vorkommt – wälzen sich Autos und Laster durch die Innenstadt. 50.000 Pkw und 15.000 Lkw rollen täglich auf der A 2. Für sie gibt es im Falle des Staus nur einen Ausweg: Die Bundesstraße 1. Sie quert die gesamte Stadt von Ost nach West.

Die B 1 ist aber jetzt schon stark belastet, da in dieser Richtung täglich 35.000 Pendler unterwegs sind. Das heißt: Auch auf Magdeburgs Innenstadt kommen enorme Staus zu. Eine innerstädtische Alternative (etwa über Reuter-Allee und Damaschkeplatz) gibt es nicht, da die zweite wichtige Ost-West-Querung wegen des Tunnelbaus am Bahnof bis 2022 dicht ist.

Abfahrverbote

Österreich sperrt in Stoßzeiten bestimmte Autobahn-Abfahrten in die Anrainer-Gemeinden. Das hat Oberbürgermeister Lutz Trümper auch für Magdeburg verlangt. Sein Brief ging an Sachsen-Anhalts Verkehrsminister. Doch Thomas Webel hat das abgelehnt. Er sieht hier keine rechtliche Handhabe dafür.

Nato rollt über A 2

Die Landesstraßenbaubehörde will die Baustelle in den Monaten April und Mai einrichten. Von Juni bis November soll die Piste erneuert werden. Doch ob der Zeitplan exakt eingehalten werden kann, ist noch fraglich. Denn: Die Nato plant mit „Defender“ 2020 eine Großübung mit 37.000 Soldaten in Osteuropa. Im Frühjahr werden Hunderte Fahrzeuge gen Osten rollen – auch über die A 2. Die Clausewitz-Kaserne in Burg dient als ein Zwischenstopp. Verstopfen auch noch Armee-Laster die Engstelle? „Das wird nicht passieren“, sagt Straßenbauchef Langkammer. „Die Baustelle wird erst dann scharf geschaltet, wenn der Nato-Konvoi durch ist.“

Ist die Piste in Richtung Hannover tipptopp, kommt die „Berliner Seite“ an die Reihe. Ob das 2021 oder 2022 passiert, ist noch offen. Möglicherweise kommt erst der Abschnitt von Lostau bis Burg dran.

Eine gute Nachricht gibt es auch: Die A 14 von Magdeburg nach Halle ist vom Betonkrebs geheilt. 2020 gibt es keine Großbaustellen.