Magdeburg l Der SPD-Landesvorstand hat den Weg frei gemacht für eine Doppelspitze in Sachsen-Anhalt. Wie die Volksstimme erfuhr, hat das Gremium einen entsprechenden Beschluss gefasst. Eine Tandemlösung, wie es sie momentan im Land bei den Bündnisgrünen gibt, wäre ein Novum in der Geschichte der Landes-SPD. Im Januar nächsten Jahres wählen die Sozialdemokraten in Sachsen-Anhalt einen neuen Vorstand. Der SPD-Landesvorsitzende Burkhard Lischka, seit 2016 im Amt, wird nicht wieder antreten. Der 54-jährige Bundestagsabgeordnete steigt nach der Sommerpause aus der Politik aus und wird künftig als Notar arbeiten.

Für den Landesvorsitz können sich künftig entweder Zweierteams aus einer Frau und einem Mann sowie Einzelkandidaten bewerben. Sollte es mehrere Kandidaturen für die Lischka-Nachfolge geben, wird es im Oktober/November eine Mitgliederbefragung geben.

Nach Volksstimme-Informationen hat inzwischen ein erstes Team parteiintern die Bereitschaft für eine Kandidatur erklärt. Dabei handelt es sich um den Landtagsabgeordneten und SPD-Chef von Halle, An­dreas Schmidt, sowie die Stendaler Kreisvorsitzende Juliane Kleemann.

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Schmidt gilt in der Partei als bestens vernetzt. Seit 2011 ist der 49-Jährige auch Vorsitzender des Landesparteirats. Dieses mit Mitgliedern der Basis besetzte Gremium berät den Landesvorstand in grundsätzlichen Fragen.

Juliane Kleemann sitzt im SPD-Landesvorstand. Seit 2009 ist die Pfarrerin theologische Referentin bei der Evangelischen Kirche. Ihr wird viel integrative Kraft zugeschrieben.

Willingmann winkte ab

Wirtschaftsminister Armin Willingmann, der bislang eine Kandidatur für den Landesvorsitz nicht ausgeschlossen hat, soll inzwischen abgewinkt haben. Dem Vernehmen nach gibt es in der SPD ernsthafte Überlegungen, erstmals mit einem dreiköpfigen Spitzenteam – keinem alleinigen Spitzenkandidaten also – in die Landtagswahl 2021 zu ziehen. Diesem sollen Armin Willingmann, Sozialministerin Petra Grimm-Benne und die Fraktionschefin im Landtag, Katja Pähle, angehören.

Personelle Veränderungen gibt es auch bei den Linken. Am Sonnabend kandidiert der Landtagsabgeordnete Stefan Gebhardt (45, Hettstedt) als bislang einziger Bewerber für den Parteivorsitz. Andreas Höppner, erst seit 2017 Landeschef, tritt nicht mehr an. Er hatte wiederholt die innerparteilichen Strategiedebatten kritisiert. Gebhardt gilt indes auch als möglicher Kandidat für die Spitzenkandidatur 2021. Zugetraut wird dieses Amt auch Landtags-Fraktionschef Thomas Lippmann und Vize-Fraktionschefin Eva von Angern.