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Betreten Verboten Diese Stadt in Sachsen-Anhalt ist Sperrgebiet - Warum kaum jemand seit Jahren den Ort betreten darf

Eine ganz besondere Stadt in Sachsen-Anhalt darf seit Jahren nicht betreten werden. Höchstens mit Ausnahmegenehmigungen für normale Bürger.

Von DUR/eb Aktualisiert: 11.04.2024, 13:55
Schnöggersburg in Sachsen-Anhalt ist normalerweise für Zivilisten Sperrgebiet. Nur mit Ausnahmegenehmigungen bei Führungen ist eine Besichtigung möglich.
Schnöggersburg in Sachsen-Anhalt ist normalerweise für Zivilisten Sperrgebiet. Nur mit Ausnahmegenehmigungen bei Führungen ist eine Besichtigung möglich. Foto: picture alliance / dpa | Hendrik Schmidt

Schnöggersburg. - Idyllisch gelegen liegt die kleine Stadt in der Colbitz-Letzlingerheide. Der Ort verfügt laut offiziellen Angaben über 520 Gebäude, immerhin vier Stadtviertel, eine Kanalisation, ein Industriegebiet, einen U-Bahn-Tunnel, Waldgebiete, 16,5 Kilometer Straße und einen bis zu 22 Meter breiten Fluss.

Sogar sakrale Bauten gibt es. Die Stadt erstreckt sich auf einer Fläche von mehr als sechs Quadratkilometern. Das Betreten ist jedoch normalerweise verboten. Denn Schnöggersburg gehört zum Gefechtsübungszentrum des Heeres in der Altmark.

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Schnöggersburg: Teil von Bundeswehr Truppenübungsplatz Altmark

Lediglich für Bundeswehrangehörige ist der Zutritt bei Übungen erlaubt. Zivilisten können nur vom Besucherzentrum auf einer Anhöhe am Rande von Schnöggersburg das Areal überschauen. Oder eben laut Medienberichten nach Voranmeldung bei Besichtigungen.

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Schnöggersburg war bis in 1930er-Jahre ein Luftkurort und galt als Naherholungsgebiet für Magdeburger. Dann wurden die Höfe und Häuser abgerissen und die sogenannte Heeresversuchsanstalt Hillersleben errichtet. Die Bewohner wurden ins benachbarte Neu-Schnöggersburg zwangsumgesiedelt.

Bis 1941, denn der Ersatzstandort wurde abermals anderweitig eingeplant. Eine erneute Zwangsumsiedelung folgte.

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In der Übungsstadt Schnöggersburg soll nicht scharf geschossen werden. Soldaten aus Deutschland und anderen Nationen sollen auf Auslandseinsätze vorbereitet werden.
In der Übungsstadt Schnöggersburg soll nicht scharf geschossen werden. Soldaten aus Deutschland und anderen Nationen sollen auf Auslandseinsätze vorbereitet werden.
Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Klaus-Dietmar Gabbert

Bundeswehr-Übungsstadt Schnöggersburg: Europaweit einzigartig

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Von 2012 bis 2017 entstand dann ganz in der Nähe des ehemaligen Dorfes die Übungsstadt der Bundeswehr, es kam zu Protesten von Friedensaktivisten und Umweltschützern.

Die Kosten der etwa 2,5 mal 2,5 Kilometer großen Stadt waren in der Vergangenheit von ursprünglich 100 auf 140 Millionen Euro gestiegen. Die Bundeswehr begründete das mit höheren Materialkosten. Im Durchschnitt kamen 80 Prozent der Baufirmen aus Sachsen-Anhalt.

Sie gilt in Europa als einzigartig und die größte Anlage ihrer Art.