Aufgespießt

Bin ich schön?

Endlich lässt sich gutes Aussehen von jedermann objektiv bewerten.

Von Elisa Sowieja

Zürich l Schönheit soll im Auge des Betrachters liegen? Nichts als eine naive Binsenweisheit ist das, erfunden vermutlich von einem hoffnungslosen Romantiker, dessen realistischer Blick auf die Welt durch Werke wie „Die Schöne und das Biest“ verklärt wurde.

Tatsächlich ist die Beurteilung von Schönheit eine rein objektive Angelegenheit. Und dank einer Schweizer Forschergruppe und den Machern einer Flirt-App kann die Evaluierung eines Gesichts nun von jedem Laien bewältigt werden: mit Hilfe einer Internetseite.

Die Wissenschaftler haben sich angeschaut, wen die App-Nutzer als schön eingestuft haben und bei wem sie, sagen wir, Luft nach oben sahen. Daraus haben sie ein Programm entwickelt, das einem mitteilt, wie es um die eigene Optik bestellt ist. Das funktioniert so: Man lade sein Foto auf faces.ethz.ch hoch, warte ein paar Sekunden – et voilà, das Programm spuckt eine von sechs Kategorien aus. Diese reichen vom „Hmm“ bis „Gottgleich“.

Der Bedarf nach solch einer verlässlichen Bewertungshilfe ist bei Laien ganz offensichtlich vorhanden: Allein innerhalb der ersten zwölf Stunden nach dem Start ließen sich laut Betreiber mehr als zwei Millionen Menschen bewerten. Einige schickten auch die Fotos anderer in den Beauty-Check und veröffentlichten das Ergebnis auf Twitter. So manches Resultat deckt auf, dass unsere inkompetente subjektive Sichtweise im Prinzip für die Füße ist: Die Mona Lisa bekam nämlich nur ein müdes „ok“ – die zweitschlechteste Wertung. Das Urteil für den Allerwertesten einer Katze hingegen: „Heiß“!