Bösel hofft auf einen großen Kampf: "Bin reif für die WM"
Kurz vor dem Kampf muss sich Profi-Boxer Dominic Bösel auf einen neuen Gegner einstellen. Kein Problem: Bösel verteidigt seinen EM-Titel. Wenn auch glanzlos. Dennoch hofft er nun auf einen richtig großen Fight.

Halle (dpa/sa) - Profi-Boxer Dominic Bösel will dem Beispiel seines Teamkollegen Tom Schwarz folgen. Der 29-Jährige, der in der Nacht zu Sonntag in Halle seinen Europameister-Titel im Halbschwergewicht durch einen technischen K.o.-Sieg in der achten Runde gegen den Kosovo-Albaner Timy Shala verteidigte, hofft auf einen großen Kampf, den Schwarz bereits sicher hat. Der Schwergewichtler trifft am 15. Juni in Las Vegas auf den ehemaligen Weltmeister und Bezwinger von Wladimir Klitschko, Tyson Fury aus England. "Ich bin reif für die Weltmeisterschaft", sagte Bösel nach seinem 29. Sieg im 30. Kampf.
Allerdings war Bösels Auftritt gegen Shala alles andere als WM-reif, obwohl er schon in der ersten Runde einen Wirkungstreffer erzielte. In der vierten Runde setzte ihm sein Widersacher, den er 2015 nach Punkten besiegt hatte, so sehr zu, dass sich sein Trainer Dirk Dzemski in der Pause zu einer Strafpredigt veranlasst sah. "Warum bringst Du Dich unnötig in Gefahr", fragte der Trainer seinen Schützling. Bösel übte Selbstkritik: "Ich habe zwar vorzeitig gewonnen, aber nicht besonders gut geboxt. Wenn ich bessere Gegner bekomme, boxe ich auch besser."
Bösel musste sich wenige Stunden vor dem Kampf auf einen neuen Gegner einstellen. Der ursprünglich vorgesehene Italiener Orial Kolaj hatte das Duell wegen einer Rippenverletzung abgesagt. Shala war für diesen Fall als möglicher Ersatzgegner eingeplant.
SES-Promoter Ulf Steinforth ist hoffnungsvoll, dass er Europameister Bösel demnächst einen hochkarätigen Gegner präsentieren kann. "Dominic ist erwachsener geworden, steht in den Ranglisten der WBO und IBF weit vorn. Er hat sich einfach eine WM-Chance verdient", erklärte Steinforth, der sich an diesem Kampfabend über eine weitere Titelverteidigung freuen konnte.
Nina Meinke bleibt Europameisterin im Federgewicht. Die Berlinerin feierte einen klaren Punktsieg (97:94, 99:91, 97:94) gegen Herausforderin Helene Lascombe aus Frankreich. "Ich bin froh, dass ich das Baby behalten darf. Ich weiß aber auch, dass ich noch einige Sachen verbessern kann", erklärte Meinke.
Seinen ersten vorzeitigen Erfolg in seinem zweiten Profikampf feierte der 21-jährige Peter Kadiru. Der Hamburger schickte seinen Gegner Vincenzo Arangio Febbo aus Mülheim an der Ruhr in der vierten Runde auf die Bretter. Der Jugend-Olympiasieger 2014 gilt als eine der größten deutschen Boxhoffnungen im Schwergewicht.