Geschichte

Bundesratspräsident fordert gemeinsame Idee für Deutschland

Von dpa 03.10.2021, 12:52 • Aktualisiert: 04.10.2021, 22:31
Reiner Haseloff (CDU) spricht beim Festakt zum Tag der Deutschen Einheit in der Händel-Halle.
Reiner Haseloff (CDU) spricht beim Festakt zum Tag der Deutschen Einheit in der Händel-Halle. Jan Woitas/dpa POOL/dpa

Halle - Zum Tag der Deutschen Einheit hat Bundesratspräsident Reiner Haseloff für gemeinsame Ideen und Projekte geworben, um Ost und West zusammenzuführen. „Mental und strukturell ist die Einheit noch nicht vollendet“, sagte der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt am Sonntag beim zentralen Festakt zum 31. Jahrestag der deutschen Vereinigung am 3. Oktober 1990.

„Es bestehen nach wie vor zum Teil große politische Unterschiede zwischen Ost und West“, sagte der CDU-Politiker. „Das hat sich zuletzt im Wahlverhalten bei der Bundestagswahl gezeigt.“ Ein starker Zusammenhalt könne sich auch aus gemeinsamem Zielen ergeben. „Keinesfalls dürfen wir uns in diesen schwierigen Zeiten gegeneinander ausspielen lassen“, sagte Haseloff.

Haseloff erinnerte an die Brüche, die viele ehemalige Bürger der DDR nach der Vereinigung zu verkraften hatten, vor allem den Verlust von Arbeitsplätzen. Zugleich merkte er an, die Erfolgsgeschichte der friedlichen Revolution in der DDR werde nicht genug gewürdigt. Sie tauge durchaus zum „Gründungsmythos des vereinigten Deutschlands“. Er fügte hinzu: „Ich denke, wir sind uns alle einig: Der 3. Oktober 1990 ist ein Glücksfall der deutschen Geschichte.“

Haseloff dankte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), die in den vergangenen 16 Jahren ihre Erfahrungen als Ostdeutsche eingebracht habe. Das Publikum in der Händelhalle in Halle applaudierte für Merkel.