Corona-Antikörper-Studie: Jede zweite Infektion unbekannt

Von dpa
Ein Arzt hält einen Tupfer, mit dem ein Abstrich für einen Coronatest gemacht wird.
Ein Arzt hält einen Tupfer, mit dem ein Abstrich für einen Coronatest gemacht wird. Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Symbolbild

Magdeburg - Ersten Ergebnissen einer Antikörperstudie der Unimedizin Magdeburg zufolge könnte auf jede gemeldete Corona-Infektion eine nicht gemeldete kommen. Von 1895 ungeimpften Studienteilnehmern hätten 110 Antikörper entwickelt, 57 davon hätten von ihrer Sars-CoV-2-Infektion gewusst, sagte Achim Kaasch, Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene, am Donnerstag. „Die andere Hälfte war zum Teil sehr überrascht, zum Teil haben sie es vermutet. Diese Fälle sind nicht in die offizielle Statistik eingegangen.“ Die Gesamtzahl der gemeldeten Infektionen bilde also nur etwa die Hälfte des Infektionsgeschehens ab. Bei Ungeimpften sind Antikörper im Blut ein Zeichen für eine durchgemachte Corona-Infektion.

Laut Kaasch handelt es sich um bislang unveröffentlichte Daten, die einen Vorab-Einblick bieten sollen. Für die Studie werden laut der Unimedizin Blutspenderinnen und Blutspender aus Magdeburg und der Umgebung untersucht. Start sei im Januar 2021 gewesen. Die erste Phase, auf die sich die Zwischenergebnisse beziehen, lief bis Ende April. Rund 2100 Menschen nahmen teil. Weitere Studienphasen sollen bis Oktober 2022 folgen. Die Unimedizin hofft auf insgesamt 4000 bis 5000 Teilnehmer.