Magdeburg l Wie viele Wochen ist es nun her, dass wir in unsere Dachgeschoss-Kerker, Maisonette-Särge und Altbau- und Platten-Domizile eingeschlossen wurden? Tage, Wochen, Monate? Selten raste die Zeit so schnell, selten schlich sie wie in diesen Tagen. Die Gleichzeitig des Unvereinbaren, nannte es der Professor für Medienwissenschaften an der Universität Tübingen, Bernhard Pörksen, im SPIEGEL.

Während wir uns täglich an Meldungen über das Corona-Virus Sattlesen und uns Gedanken über unsere Zukunft machen, braucht es nur einen Blick aus dem Fenster, um zu erkennen: da draußen ist eigentlich alles erschreckend friedlich. Auf Tag folgt Nacht, Sperlings-Männchen buhlen um die Gunst ihrer weiblichen Pendants und die Elbe fließt unbeirrt auf ihrer ewigen Bahn. Wahrnehmung und Bewusstsein scheinen Dinge aus grauer Vorzeit zu sein.

Quarantäne. Alleine das Wort hängt mir aus dem Halse. Ebenso die Termini "Klopapier", "Nudeln" und "Pandemie" - von Seife und Desinfektionsmittel offene Hände hoch, wem es genauso geht. Besser gefallen mir da schon eher Wortungetüme wie „Durchseuchung“. Und ja, über genau solche Themen macht sich ein Journalist gedanken, der zu Corona-Zeiten einen leckenden Kreativitäts-Bottich auskratzt und sich halbwegs sinnvolle Beiträge aus den Fingern knetet wie ein Großer.

Bilder

Es folgt: eine Ankündigung

Quarantäne – bei manchen auch „Kwarandäne“ – lässt vor allen Dingen viele interessante, spannende und kreative Blüten sprießen. Man muss sich nur einmal im Internet umsehen und entdeckt Ergüsse, wie sie das Web zuletzt in besten Meme-Anfangsjahren hervorgebracht hatte (Grüße gehen raus an Pepe, möge er in Frieden Ruhen).

Die Ikea-Küchenregale aus-, um- und wieder einräumen, die Wäsche beim Trocknen beobachten, oder den Kids täglich einige wenige Zentimeter Haar kürzen, bis das gewünschte Ergebnis nach einer Woche passt: Zeig uns dein schönstes Quarantäne-Foto und erhalte die Chance in unserer „Zeig-uns-dein-Quarantäne-Gesicht“-Galerie zu erscheinen.

Ob ernst dreinblickend, belustigt bis heiter, mit der Familie, im Schrebergarten oder auf Balkonien. Ob mit dem Handy, der Spiegelreflex oder mit der guten, alten DDR-Exa geschossen: Schick uns dein Foto aus der Quarantäne an online@volksstimme.de

Lasst uns die Zeit von Corona ein wenig aufhellen mit unseren Fotos. Bringen wir ein wenig Licht in unseren von Unsicherheit geprägten Alltag. Mach mit, erzähl es weiter und zaubern wir uns allen gegenseitig ein Lächeln ins Gesicht – und bleibt anständig. Wir freuen uns auf eure Einsendungen (Einsendeschluss ist der 20. April 2020).

Euer (dezent melancholische) Nico Esche