Magdeburg l Die Gewerkschaft ist mit den Sondervergütungen, die Discounter-Mitarbeiter mit Blick auf die Pandemie erhalten, im Großen und Ganzen zufrieden. Das sagte Torsten Furgol, beim Verdi-Bezirk Sachsen-Anhalt Nord für den Handel zuständig, der Volksstimme.

„Die Unternehmen handhaben die Vergütungen zwar in der Regel unterschiedlich. Doch sie kommen bei den Mitarbeitern an. Die Sonderleistungen werden beiden meisten Supermärkten für April und Mai ausgezahlt und sind inzwischen steuerfrei“, so der Gewerkschaftssekretär.

Kritisch sehe er das Vorgehen vom Netto Marken-Discount. „Dort wird das Belohnungssystem am Umsatz der Filiale, in der der Mitarbeiter arbeitet, festgemacht.“ Nach diesem Kriterium würden Einkaufsgutscheine vergeben, die allerdings nur in der betreffenden Filiale eingelöst werden können. „Die Frage ist nur, inwieweit Netto-Mitarbeiter den Umsatz beeinflussen können, damit sie in den Genuss entsprechende Corona-Leistungen kommen können“, sagt Furgol.

Kritik von Mitarbeitern habe es in einigen Geschäften gegeben, weil sie die Hygienevorschriften recht schnell zurückgefahren haben, zum Beispiel wurde die Begrenzung der Kunden über die Anzahl der Einkaufswagen eingestellt und Desinfektionsmittel fehlten. „Aldi, Littl und Kaufland haben sich an die Vorschriften gehalten“, listet Furgol auf.

Maria Theresia Heitlinger von der Schwarz-Gruppe mit Lidl und Kaufland teilt mit, dass „der außerordentliche Einsatz durch Boni gewürdigt wird. Die 250 Euro pro Beschäftigten wurden in Wertgutscheinen ausgereicht.“ Insgesamt seien dafür 35 Millionen Euro in die Hand genommen worden. „Davon profitieren rund 140 000 Mitarbeiter.

Christian Salmen von Aldi Nord stellt voran: „Unsere Mitarbeiter haben sich den Respekt und die Wertschätzung redlich verdient.“ Alle tariflichen Mitarbeiter und Regionalverkaufsleiter, die zum 1. März 2020 ein Arbeitsverhältnis mit Aldi Nord hatten, hätten einen Warengutschein in Höhe von 250 Euro erhalten. Alle Auszubildenden einen 100-EuroGutschein.

Die Rewe-Gruppe mit Rewe, Billa und Penny, die sich schon früh in der Corona-Krise bei Mitarbeiter über Sonderleistungen, wie Wertgutscheinen, Gehaltszulagen und Bezahlung von Überstunden bedankt hat und allein dafür in Deutschland 2 Millionen Euro eingesetzt hat, hält sich bedeckt. „Wir befinden uns derzeit in der Planung von möglichen weiteren Maßnahmen, so Pressesprecher Andreas Krämer Deshalb könne das Unternehmenzurzeit „keine weiteren Auskünfte geben“.

Markus Jablonski von der Unternehmenskommunikation bei Real, teilt mit, dass die zweimaligen Dankeschöngutscheine je in Höhe von 1oo Euro gut bei den Mitarbeitern angekommen sind. Sie seien zugleich Motivation gewesen, in der schwierigen und nicht ungefährlichen Zeit durchzuhalten.