Magdeburg (dpa) l  "Sachsen-Anhalt macht Urlaub in Sachsen-Anhalt" - mit diesem Slogan bewarb die Landesregierung nach dem Lockdown im Frühjahr die heimische Tourismusbranche. Die meisten Mitglieder der Landesregierung halten sich auch im Sommer an diese Losung und wollen sich in Sachsen-Anhalt von den vorigen Monaten erholen. So auch Regierungschef Reiner Haseloff (CDU). "Obwohl er unser Land so gut kennt wie kaum ein anderer, gibt es für ihn immer noch etwas zu entdecken", sagte Regierungssprecher Matthias Schuppe.

Der Ministerpräsident plant demnach unter anderem mehrere Ausflüge entlang der Gartenträume-Route. "Die 50 historischen Gärten und Parks sind perfekte Ausflugsziele, denn sie bieten nicht nur wunderschöne Natur, sondern ebenso ein Stück Landesgeschichte", schwärmte Schuppe. Haseloffs Sachsen-Anhalt-Urlaub sei auch schon vor der Krise geplant gewesen. Eine ursprünglich geplante einwöchige Zugfahrt durch Polen habe er hingegen wegen der Corona-Pandemie abgesagt.

Sachsen-Anhalts oberste Krisenmanagerin, Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) sagte den geplanten Kreta-Urlaub wegen der Pandemie ab. Stattdessen gebe es "Urlaub in Bereitschaft" daheim – in der Hoffnung, dass es zu keiner zweiten Welle bei den Corona-Infektionen kommt, sagte Ministeriumssprecherin Ute Albersmann. Denn dann ginge es für die Chefin des Pandemiestabs zurück ins Büro. Nun will die Ministerin Sachsen-Anhalt erkunden, etwa den Harz, Wittenberg oder die Goitzsche. "Es gibt viel zu entdecken", sagte Grimm-Benne. "Und ich hoffe, wirklich Zeit für Erholung zu haben."

Noch weiter wollte eigentlich der Bildungsminister reisen: "Ursprünglich sollte es nach Südostasien gehen", sagte Marco Tullner (CDU). Daraus werde nun nichts. "Aufgeschoben ist nicht aufgehoben und so verschieben wir die Reise einfach um ein Jahr und hoffen, dass internationale Reisen dann ohne Einschränkungen möglich sind." Nun geht es für Tullner ein paar Tage nach Mallorca. "Sonne, Strand und etwas Kultur – vor allem aber ohne Stress" – so der Plan des Ministers. Deutschland-Urlaubern empfiehlt er einen Besuch in seiner Heimatstadt Wismar. "Die Altstadt und der Hafen sind wunderschön und wenn es einen an den Strand zieht, ist die Insel Poel mit wunderschönen Stränden und viel Natur in wenigen Minuten greifbar", sagte Tullner.

Bei seinem Kabinettskollegen, Wirtschaftsminister Armin Willingmann (SPD), scheint er damit schon durchgedrungen zu sein. "Wir hatten ursprünglich ein Ziel im Ausland anvisiert, haben uns angesichts der Corona-Pandemie aber für einen Familienurlaub an der Ostsee, in Rerik an der Wismarbucht entschieden", sagte Willingmann. "Zudem steht eine Kurzrundreise zu Kulturdenkmalen in Mitteldeutschland an." Eigentlich hatten die Willingmanns nach den USA und Italien in den vorigen Jahren eine Reise nach Schweden geplant. "Die Pandemie hat uns da leider einen Strich durch unsere Planungen gemacht." Vor allem freut sich der Minister nach den strapaziösen Wochen des Lockdowns auf ein paar Tage mit der Famile.

Erholung in der Coronakrise

Innenminister Holger Stahlknecht will mit Frau, Kindern und Hunden in den Harz reisen, wie sein Sprecher Danilo Weiser sagte. "Der Harz zählt für ihn seit eh und je zu den schönsten Urlaubsregionen in Deutschland, welche direkt vor der Haustür liegt und schnell zu erreichen ist." Wäre die Coronakrise nicht dazwischen gekommen, wären Stahlknechts in die Toskana gefahren. So richtig abschalten kann der oberste Dienstherr der Polizei in Sachsen-Anhalt aber ohnehin nicht, sagte Weiser. Auch während der Harz-Reise werde er mehrmals täglich vom Ministerium über aktuelle Entwicklungen informiert.

Über eine kleine Auszeit in der Sommerpause freut sich Umweltministerin Claudia Dalbert. "Ich werde viel Zeit an der frischen Luft verbringen", kündigte die Grünen-Politikerin an. "In der Natur kann ich am besten abschalten und die Gedanken schweifen lassen." Das gehe auch ganz einfach vor der Haustür. "Sachsen-Anhalt hat viele Naturschätze zu bieten, die entdeckt werden wollen: Zum Beispiel das UNESCO Biosphärenreservat Mittelelbe oder der Nationalpark Harz", sagte die Ministerin. "Hier findet sicher jeder seinen Lieblingsplatz in der Natur."

Keine längere Reise plant Verkehrsminister Thomas Webel (CDU). Im Herbst sei eigentlich eine Auslandsreise geplant gewesen, wegen der Pandemie gebe es aber bisher noch keine konkreten Pläne, sagte Sprecher Peter Mennicke. Justizministerin Anne-Marie Keding (CDU) fährt mit Ihrer Familie ins Bourtanger Moor an die deutsch-holländischen Grenze. Anschließend reist die Familie noch durchs Emsland, wie Sprecher Detlef Thiel sagte. Eigentlich wollten Kedings nach Danzig oder in die Bretagne gefahren. "Aber angesichts Corona und des knappen Zeitbudgets wurden neue Reiseziele ausgewählt", sagte Thiel.