Magdeburg l In den ostdeutschen Reisezielen ist wegen der Auswirkungen des Coronavirus allein in den Monaten März und April mit Verlusten in Höhe von rund 2,6 Milliarden Euro zu rechnen. Das geht aus einer am Dienstag vorgestellten Sonderanalyse des Ostdeutschen Sparkassenverbandes hervor, die auf einer Hochrechnung des Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Instituts für Fremdenverkehr beruht. Im weiteren Saisonverlauf sei zu erwarten, dass die Feriendestinationen mit extremen Nachfrage-Rückgängen zu kämpfen hätten, etwa aufgrund von Stornierungen. Sie könnten allenfalls auf ein Kurzfrist-Geschäft hoffen, heißt es in der Analyse.

Auch in Städten mit starkem Veranstaltungsgeschäft sei eine weitere Zuspitzung zu erwarten. Immer mehr Veranstaltungen auch für den Mai oder Juni seien oder würden abgesagt. Der internationale Reiseverkehr wird der Analyse zufolge länger brauchen, um wieder anzuspringen. Hohe Kosten und geringe Liquidität würden die gastgewerblichen Betriebe schwer belasten und  mancherorts sogar die Existenz bedrohen. Durch die vergleichsweise niedrigen Eigenkapitalquoten verfügten die meisten gastgewerblichen Betriebe über wenig Reserven, eine derartige Krise länger durchzustehen. Doch nicht nur die dramatischen Umsatzeinbußen träfen die Branche. „Die hohen Fixkostenbelastungen stellen ein weiteres Problem dar", heißt es in der Analyse. „Personal- und Mietaufwandsquoten zwischen 35 und 46 Prozent schränken die Liquidität ein."

Für viele Betriebe sei daher eine schnelle Unterstützung von außen wichtig. Staatliche Hilfsmaßnahmen in Form von Kapitalzuflüssen oder Kostenentlastungen müssten die Betriebe schnell und unbürokratisch erreichen. Zusätzliche Zinsbelastungen und Umsatzeinbußen könnten künftige Investitionen behindern. Die Branche müsse auch jetzt nach vorn blicken. „Es ist zu erwarten, dass sich nach Ende der Corona-Krise die Gastronomie schnell und die Beherbergung mittelfristig regeneriert."