Halle (tn) l Aufregung in der Saalestadt. Wie die Mitteldeutsche Zeitung am Freitagabend berichtete, soll sich Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) bereits geimpft lassen haben, obwohl er gar nicht zur Risikogruppe gehört. Nach Angaben der MZ habe der 63-Jährige bereits eine erste Dosis des Impfstoffs erhalten. Das habe die Stadtverwaltung auf Anfrage bestätigt.

Außerdem seien seit dem 11. Januar bereits zehn Stadträte und Mitglieder des Katastrophenschutzstabes geimpft worden. Begründet wird die Immunisierung mit kurzfristigen Terminabsagen vorgesehener Patienten. Man habe die Impfdosen nicht verfallen lassen wollen. Da es keine gesetzlichen Vorgaben zur Verwendung von Impfstoffresten gebe, wähle man im Falle von Terminabsagen Personen aus, welche für die Aufrechterhaltung staatlicher Funktionen notwendig seien.

Laut Pressestelle der Stadt Halle seien das zum Beispiel Mitglieder des Rettungsdienstes, Ärzte, aber auch Kommunalpolitiker. In den sozialen Medien stößt die Impfung Wiegands auf wenig Verständnis. Viele Bürger empfinden das Verhalten des OB’s als „Vordrängeln" und ungerecht.