Berlin (dpa) l Auf den vorderen Plätzen einer am Donnerstag veröffentlichten Statistik des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) zum Jahr 2019 finden sich Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern. Auch Berlin, Hamburg und Bremen wiesen hohe bis sehr hohe Werte auf, aber Großstädte sind generell beliebter bei Autodieben.

In Brandenburg wurden demnach 1241 kaskoversicherte Autos gestohlen. Das sind 1,1 von 1000 Fahrzeugen. Damit lag das Flächenland hinter den Stadtstaaten Berlin und Hamburg auf dem dritten Platz der Statistik. Im kleinen Brandenburg mit 2,5 Millionen Einwohnern wurden damit etwa doppelt so viel Autos gestohlen wie in Bayern und Baden-Württemberg, die mehr als fünf Mal beziehungsweise vier Mal so viele Einwohner haben.

Sachsen-Anhalt (482 Diebstähle, 0,5 von 1000 Fahrzeugen), Sachsen (767 Diebstähle, 0,4 von 1000) und Mecklenburg-Vorpommern (264, 0,4 von 1000) lagen ebenfalls weit vor den süddeutschen Flächenländern. Nordrhein-Westfalen mit seinen vielen Großstädten hat allerdings ein ähnliches Niveau. Thüringen kommt mit seiner ländlichen Struktur und zentralen Lage auf einen Wert von nur 0,2 Diebstählen auf 1000 Autos.

Bei den Großstädten war Berlin (3,3 von 1000) mit großem Abstand am beliebtesten bei Autodieben. Inzwischen fand mehr als jeder fünfte Diebstahl bundesweit in Berlin statt. Dann folgten Hamburg, Leipzig und Dresden.

Schneller Transport in Osten Europas

In Berlin und den östlichen Bundesländer werden schon lange mehr Autos gestohlen, weil "ein schneller Transport in die im Osten Europas gelegenen Absatzmärkte möglich ist", so das Bundeskriminalamt (BKA) in einer Erklärung vom vergangenen Jahr. Der KfZ-Diebstahl wird laut Polizei von spezialisierten Banden aus Osteuropa dominiert.

Bei den Dieben waren 2019 der GDV-Auswertung zufolge besonders SUVs und Modelle von Toyota beliebt. Unter den zehn am häufigsten gestohlenen Modellreihen waren sechs SUVs und fünf Toyotas. Die Banden stahlen weniger Neuwagen und dafür mehr Autos, die zwischen zwei und drei Jahren alt waren. Das könnte an den schlüssellosen Sicherungssystemen liegen, so der GDV. Bei etwas älteren Modellen lasse sich diese auf Funkchips basierende Technik noch relativ einfach aushebeln.

Weil vom GDV nur Autos mit einer Versicherung gegen Diebstahl erfasst werden, liegen die tatsächlichen Zahlen der Polizei etwas höher. Die Verhältnisse zwischen den Städten und Bundesländern sind aber gleich.