Drogenhändler nach entschlüsselten Chats verurteilt

Von dpa
Der Eingang des Magdeburger Landgerichts ist zu sehen.
Der Eingang des Magdeburger Landgerichts ist zu sehen. Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/ZB/Archivbild

Magdeburg - Das Magdeburger Landgericht hat zwei Drogenhändler zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Die beiden 37- und 45-Jährigen müssen wegen Handels mit Drogen in nicht unbeträchtlicher Menge und wegen Waffenbesitzes für neun Jahre beziehungsweise für sieben Jahre und zwei Monate ins Gefängnis, entschied das Gericht am Freitag. Für beide wurde die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt angeordnet. Außerdem werden Bargeld und Wertgegenstände wie Uhren eingezogen, die aus dem Handel mit Betäubungsmitteln stammen.

Die beiden Angeklagten sollen zwischen November 2019 und August 2020 mit Drogen gehandelt haben, darunter Marihuana, Ecstasy und Crystal. Das Gericht konnte ihnen den Handel mit 20 Kilogramm Haschisch und 81 Kilogramm Marihuana nachweisen.

Die Ermittlungsbehörden waren den beiden auf die Spur gekommen, nachdem die französische Polizei verschlüsselte Chats über den Messenger Encrochat entschlüsselt und mitgelesen hatte. Die Spezialhandys wurden in der kriminellen Szene benutzt. Europaweit flogen Hunderte Straftäter auf, vor allem Drogendealer. Am Magdeburger Landgericht war der am 17. Februar begonnene Prozess das erste Verfahren dieser Art. Nach einer Einigung zwischen Staatsanwaltschaft und Verteidigung wurde das Urteil am Freitag früher gesprochen als geplant.