Pusteblumenfest

Ein Sieger zum Knuddeln

Tausende Besucher haben im Magdeburger Zoo das Pusteblume-Kinderfest gefeiert. Der Kinderlauf hatte eine Rekordbeteiligung.

Magdeburg l Früh übt sich, wer später Erfolg haben möchte. Raphael aus Magdeburg hat jedenfalls das Zeug dazu. Der einjährige Magdeburger geht als jüngster Teilnehmer an den Start des Pusteblume-Kinderlaufes. Der hat sich in seinem dritten Jahr zu einem Höhepunkt der tierischen Kindersause im Zoo gemausert. 17 Kitas und insgesamt 200 Kinder gehen an den Start. Die meisten „finishen“ – so sagt man das bei den „großen Läufern“ – die 400-Meter-Runde rund um eine Wiese.

Diese wichtigste Voraussetzung meistert auch Raphael mit seinen kurzen Beinen – und bekommt dafür als jüngster Teilnehmer auf der Bühne einen Pokal. Den Trubel darum nimmt er extrem gelassen. Neugierig läuft er zum Volksstimme-Biber Vobi und zur Zeitungsente Paula. Klar, wann sieht man die flauschigen Maskottchen schon mal in Echt, so groß, so nah. „Aus Raphael kann noch ein großer Läufer werden“, kommentiert der Moderator auf der Bühne. Und Raphael? Der guckt derzeit, ob vielleicht auch noch etwas im Pokal steckt, dreht und wendet den Deckel. Sorry, kleiner Mann, was hier drinsteckt, ist etwas, was man nur spüren kann. Es ist der Stolz. Ole und Hanna, beide die schnellsten Läufer, beide aus der Magdeburger Kita „Kinderkasten“ fühlen ihn, das ist ihnen anzusehen.

Gleich nach ihrer Ehrung stürmen die Kids vom „Knirpsenland“ die Bühne. Auch sie können stolz sein. Sie haben hier heute mit 53 Startern die meisten Kinder zum Mitlaufen gebracht. So was muss belohnt werden. Und ein Pokal in der Kita ist immer schick. So richtig schick haben sich auch die „Rock ’n’ Roll-Mäuse“ aus der Schönebecker Kita Sonnenblume gemacht. Sie zeigen auf der Bühne Tanzeinlagen, sind Piraten und Bauchtänzerinnen.

Wie viele andere Gruppen haben sie viele Wochen dafür geübt. Alles klappt, die Glöckchen am Kostüm klingeln, die Piratensäbel sausen durch die Luft. Und auch wenn nicht bei jedem Auftritt jeder Schritt perfekt ist – wen interessiert’s? Vor der Bühne steht das beste Publikum der Welt. Kinder, die mittanzen, klatschen, winken – die gute Laune haben, weil hier heute richtig was los ist.

Seit der Zoo am Morgen öffnet, strömen die Familien in den Zoo. Das Wetter ist perfekt. Nicht zu warm und fast ohne Regentropfen. Die Hüpfburgen wackeln und schwanken, die Glücksräder rotieren. Über der Wiese fliegen Seifenblasen. Im „Schminkzelt“ warten die Kinder geduldig, bis auch sie ihre bunte „Maske“ erhalten. Möglichst bunt wollen es die meisten oder so ganz tierisch.

Das wiederum passt zum Fest, das gleich einen ganzen Zoo als Feier-Areal hat. Gut besucht sind beim Pusteblume-Kinderfest die „Tierisch-nah“-Aktionen, bei denen die Besuche ganz dicht an die Tiere herankommen und dazu noch ein paar Fakten aus Tierpflegerhand erfahren. Die Brillenpinguine jedenfalls sind es gewöhnt und schnappen ungerührt nach ihren Fischen. Alle Umstehenden schnappen die Antworten der Tierpfleger auf. Löcher in den Bauch fragen, ist beim Pusteblume-Kinderfest gewollt und gewünscht. Der Zoodirektor hört und sieht es gern, wenn die Fragen sprudeln. „Kinder sollten unbedingt lernen, richtig mit Tieren umzugehen“, sagt Kai Perret. Darum stellt er sich auch auf die Bühne und beantwortet alles, was Kinder ihm zurufen. „Wie viele Tiere gibt es hier im Zoo?“, „Wie schwer sind Elefanten?“, „Was ist Dein Lieblingstier?“ ... Der Zoochef muss schnell sein, antwortet kurz, schiebt aber nach „1500 – etwa drei Tonnen – Schimpansen“ noch weitere Erläuterungen hinterher.

Das Publikum ist zufrieden, hat aber die süße Qual der Wahl – guckt man sich jetzt die Tiere an, macht das geplante Picknick oder wartet doch lieber ab, was noch auf die Bühne gebracht wird? Den „König der Kinderdisco“, Volker Rosin, wollen viele Kinder nicht verpassen. „Der Gorilla mit der Sonnenbrille“ ist ein Hit in sehr vielen Kinderzimmern. Heute hören ihn die Fans live und möchten dabei möglichst nah am Sänger sein. Also, rauf auf die Bühne! Viele Kinder haben die Medaillen vom Lauf um den Hals, Startnummern hängen noch an T-Shirts. Dabeisein ist eben heute hier wirklich alles.