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Eis, Schnee und GlätteWie die Autobahnmeistereien in Sachsen-Anhalt auf den Wintereinbruch reagieren

Durch Sachsen-Anhalt verlaufen die Autobahnen 2, 9, 14, 36, 38 und 143. Wenn plötzlich der Winter mit Schnee Einzug hält, muss es schnell gehen. Die Asphalt-Lebensadern des Bundeslandes müssen geräumt werden. Eine Mammutaufgabe.

Von Sebastian Rose 28.11.2023, 14:45
In Sachsen-Anhalt müssen laut Autobahn GmbH mehr als 1000 Kilometer Strecke geräumt werden.
In Sachsen-Anhalt müssen laut Autobahn GmbH mehr als 1000 Kilometer Strecke geräumt werden. Foto: Die Autobahn GmbH des Bundes Niederlassung Ost

Magdeburg/Halle/Saale - Mehr als 1000 Kilometer Autobahn müssen in Sachsen-Anhalt geräumt werden, wenn es schneit und die Strecke vereist ist. Dazu kommen Anschlussstellen, Autobahndreiecke, Autobahnkreuze und Neben-/Rastanlagen. Damit der Verkehr auf der A2, 9, 14, 36, 38 und 143 nicht zum Erliegen kommt, werden große Geschütze durch die Autobahnmeistereien aufgefahren.

"In Sachsen-Anhalt sind es acht Autobahnmeistereien (Börde, Dessau, Oberröblingen, Peißen, Plötzkau, Theeßen, Weißenfels und Wernigerode), in denen wir insgesamt 70 Fahrzeuge und 235 Autobahnerinnen und Autobahner für den Winterdienst haben", so Tino Möhring, Pressesprecher der zuständigen Autobahn GmbH des Bundes, Niederlassung Ost.

Sachsen-Anhalt: 235 Mitarbeiter im Winterdienst auf der Autobahn im Einsatz

Wer und wie wird also kontrolliert, wann gestreut werden muss? Das machen laut Möhring die Autobahnmeistereien eigenständig. "Neben der jahrelangen Erfahrung dienen dazu vor allem technische Hilfsmittel wie Apps, Berichte des Deutschen Wetterdienstes, Bodensonden in den Fahrbahnen und Messtechnik in den Fahrzeugen", erklärt Möhring.

Hinzu kämen die täglichen Streckenkontrollen, die an jedem Tag im Jahr durchgeführt werden und dazu dienten, den allgemeinen Zustand der Autobahnen zu ermitteln.

Acht Autobahnmeistereien in Sachsen-Anhalt zuständig

Mit schweren Geräten wie hier in der Autobahnmeisterei Börde wird auf den Autobahnen in Sachsen-Anhalt gearbeitet.
Mit schweren Geräten wie hier in der Autobahnmeisterei Börde wird auf den Autobahnen in Sachsen-Anhalt gearbeitet.
Foto: Autobahn GmbH

Laut Autobahn GmbH wird häufig präventiv gestreut, um die Fahrbahnen entsprechend vorzubereiten. Bei niedrigeren Temperaturen werde hierfür Sole, auch Feuchtsalz genannt, eingesetzt, bei gleichzeitigem Schneefall und niedrigeren Temperaturen vor allem das klassische Streusalz.

"Die Autobahnmeistereien sind seit 1. November im Winterdienst-Modus und können im Bedarfsfall mit mehreren Schichten 24/7 den Winterdienst durchführen. Im konkreten Fall werden sogenannte Räumschleifen abgefahren. Diese dauern im Schnitt zwei Stunden, ehe das jeweilige Fahrzeug wieder am Ausgangspunkt, sprich der Meisterei, angekommen ist", so Möhring weiter.

Dabei werden mehrere Strecken parallel abgefahren, um möglichst viel gleichzeitig bearbeiten zu können. Die Priorität läge dabei auf der freien Strecke, anschließend die Anschlussstellen und schließlich die Rastanlagen.

Klare Priorisierung bei Winterdienst auf Autobahnen

Rund 15.700 Tonnen Streusalz lagert in den Hallen in Sachsen-Anhalt für die Autobahn.
Rund 15.700 Tonnen Streusalz lagert in den Hallen in Sachsen-Anhalt für die Autobahn.
Foto: Autobahn GmbH

Die großen Salzhallen stehen jeweils in den acht Autobahnmeistereien. Zudem gibt es laut Möhring entlang der Strecken noch punktuell Silos mit Streugut, welche die Einsatzzeiten entsprechend verlängern.

"Wir haben eine Lagerkapazität von circa 15.700 Tonnen Streusalz für Sachsen-Anhalt. Über Jahresverträge werden bei Bedarf kurzfristige Bestellungen ausgelöst, um den Vorrat wieder aufzufüllen und so dauerhaft genügend Streugut zur Verfügung zu haben", erklärt Möhring am Schluss.

Zum Streusalz komme noch eine Solekapazität, also Feuchtsalz, von ungefähr 850.000 Litern.