Magdeburg l Montagmorgens, kurz vor Schulbeginn an einer beliebigen Schule in Sachsen-Anhalt. Zahlreiche Mamas und Papas setzten ihren Nachwuchs direkt vor der Bildungseinrichtung ab. Jeder Meter Fußweg scheint zu viel. Sogenannte Helikopter-Eltern überwachen so viele Momente im Leben ihrer Kinder, wie es nur irgendwie geht. Jetzt gibt ein neues Phänomen: Die Rasenmäher-Eltern.

Die Helikopter-Erziehungsberichtigen kreisen über den eigenen Kindern und behüten sie vor jeglichen Problemen und Konflikten. Nun kursiert im Netz ein neues Wort. Wie in einem Internetartikel der Seite web.de zu lesen ist, ist der „Rasenmäher“ der neue „Helikopter“.

Selber machen lassen

 Wie ein Rasenmäher beseitigen Eltern jegliche Probleme und holperige Stellen – sie mähen alles glatt. Es gibt keine Misserfolge. Unter diesem Erziehungsstil kann der Nachwuchs jedoch im späteren Leben noch leiden. Denn wer nie Konflikte im Kindesalter selbst lösen musste, dem fällt dies auch im Erwachsenenalter schwer. „Hilf mir, es selbst zu tun“, wusste schon Maria Montessori.

„Kinder müssen eine Frustrationstoleranz entwickeln“, erklärt die Münchener Familientherapeutin Anette Frankenberger in dem Artikel. „Eltern sollten ihren Kindern ruhig mehr zutrauen und auch zumuten: Ich nehme es dir nicht ab, du schaffst das! Aber ich begleite dich dabei.“

Wie sich Helikopter- und Rasenmäher-Eltern entwickelten, ist selbst unter Experten umstritten. Viele vermuten, dass Erziehungsberechtigte in der heutigen Zeit mehr Angst haben, als früher. Und auch die eigenen Ansprüche an Nachkommen seien gestiegen, sind sich viele Forscher sicher. Der Durchschnitt sei vielen nicht gut genug.