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Etwa 1600 streunende Katzen in einem Jahr kastriert

Die Zahl der bisherigen Kastrationen reicht bei weitem nicht aus, um die Menge an Streunerkatzen in Sachsen-Anhalt zu kontrollieren. Katzenbesitzer werden gebeten, ihrerseits mitzuziehen, um die Population einzugrenzen.

Von dpa
Geschätzt 100.000 freilebende Katzen ohne Besitzer oder Besitzerin leben im Land. Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild
Geschätzt 100.000 freilebende Katzen ohne Besitzer oder Besitzerin leben im Land. Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild ZB

Magdeburg - Seit Beginn des Kastrationsprogrammes für Streunerkatzen im September 2020 sind in Sachsen-Anhalt etwa 1600 Katzen durch Tierschutzvereine kastriert worden. Das Land habe für die Eingriffe, die Kennzeichnung und Registrierung etwa 110.000 Euro bereitgestellt, teilte eine Mitarbeiterin des Tierschutzbeauftragten des Landes mit. Dabei sei die etwas kompliziertere Kastration der rund 1000 weiblichen Katzen mit 100 Euro doppelt so teuer wie der Eingriff bei den männlichen Exemplaren.

Geschätzt 100.000 freilebende Katzen ohne Besitzer oder Besitzerin leben im Land, erklärte die Tierschutz-Expertin. Das seien meist ehemalige Hauskatzen, die wegen vielfältiger Gründe wie Tod, Wegzug des Besitzers oder Fortlaufen keinen Besitzer mehr hätten und häufig bereits Nachkommen gezeugt hätten.

Die Kastration sei nur ein Mittel zur Bekämpfung der unkontrollierten Vermehrung solcher Katzen, betonte die Expertin. Alle Bemühungen der Tierschutzvereine würden zunichtegemacht, wenn nicht eingefangene weibliche Streunertiere durch unkastrierte Freigängerkatzen wieder gedeckt würden. Kommunen und Landkreise müssten daher den freien Auslauf fortpflanzungsfähiger Katzen gemeinsam mit den Besitzern einschränken und zusätzlich eine Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht einführen.