Meinungsmache durch Trollfabriken in Russland oder der Einsatz von Social-Media-Robotern sind keine Neuheiten und dennoch läuft die Aufrüstung gegen solche Angriffe im Netz europaweit nur spärlich an. Wenn die EU-Kommission jetzt die Zahl der Mitarbeiter einer speziellen Task Force von 15 auf etwa 50 erhöht und die finanzielle Ausstattung in dem Bereich mit fünf Millionen Euro mehr als verdoppelt, dann ist das sicher lobenswert.

Doch es kommt erstens viel zu spät und auf europäischer Ebene dürften fünf Millionen Euro lächerlich wenig sein, wenn man bedenkt, welchen globalen Schaden solch gezielte Desinformation anrichten kann. Wer dahinter stecken mag, ist dabei völlig nebensächlich. Es reicht eben nicht mehr, dass die wichtigen Online-Plattformen sich selbst einen Verhaltenskodex geben. Da muss weit mehr passieren. Eine schlagkräftige Cyberabwehr und das gerade eingerichtete Schnellwarnsystem unter den Mitgliedsstaaten dürfen nur ein Anfang sein.

Auch Sachsen-Anhalts Verfassungsschutz sorgt sich um die EU-Wahl.