Magdeburg l Beim Prozess vor dem Landgericht Magdeburg, bei dem sich ein ehemaliger Chefarzt aus dem Harz wegen mehrfacher Vergewaltigung, in einem Fall mit Todesfolge und weiterer Straftaten verantworten muss, wurde auf Antrag des Anwalts der Nebenklage die Öffentlichkeit erneut für die Dauer einer Opfer-Befragung ausgeschlossen.

Der Vorsitzende Richter der 1. Großen Strafkammer, Dirk Sterberg, begründete den Ausschluss damit, dass während der Vernehmung eines weiter Opfers des Angeklagten "Informationen über das persönliche Leben und der Intimkontakte zwischen der 29 Jahre alten Berlinerin und dem Arzt zur Sprache kommen". Der Schutz der Persönlichkeitsrechte der Zeugin stehe über dem öffentlichen Interesse.

Wie betäubt im Bett gelegen

Die Anklage wirft Dr. Andreas N. vor, im Juni 2016 bei einem Treffen in Berlin der Frau Kokain in die Cola gemischt zu haben. Anschließend habe das Opfer unter Halluzinationen gelitten und wie betäubt auf dem Bett gelegen. Sie habe sich gegen den Geschlechtsverkehr nicht wehren können.

Während des nichtöffentlichen Teils des Prozesses wurden Videoaufnahmen vorgeführt, die den Sexualkontakt zwischen N. und der Berlinerin zeigen. Das Gericht hatte vorgeschlagen, dass sich der Angeklagte zu dem Video einlässt. Damit hätte die Kammer dem Opfer die Vorführung der erniedrigenden Szenen erspart. Der Angeklagte schweigt zu den Vorwürfen.