Magdeburg l Mitte September hatte AvP Insolvenz abgemeldet. Laut Kammer ist aktuell in Sachsen-Anhalt jede fünfte der gut  580 Apotheken unverschuldet in akuten Zahlungsnöten.

„Die aus dieser Insolvenz resultierenden Zahlungsausfälle sind existenzbedrohend und bewegen sich pro Apotheke in einem Bereich von rund 120.000 Euro bis zu 400.000 Euro, teilweise sogar noch darüber hinaus", sagte am Freitag (25. September) Jens-Andreas Münch, Präsident der Apothekerkammer Sachsen-Anhalt.

„Da dieses Geld dringend für die Bezahlung der Rechnungen für die vom Großhandel und der Industrie gelieferten Arzneimittel, aber auch für Mieten, Gehälter und Sozialbeiträge benötigt wird, geraten viele der von der Insolvenz des Rechenzentrums betroffenen Apotheken in eine akute finanzielle Notlage."

Hilfe von Politik

Auch wenn nur ein kleiner Teil der betroffenen Apotheken selbst Insolvenz anmelden müsse, komme es zu gefährlichen Liquiditätsproblemen, die die Existenz des Unternehmens Apotheke und damit die wohnortnahe Arzneimittelversorgung als Ganzes gefährden könnten", sagte er. Die Apotheker erwarten nun Hilfe von der Politik.

Deutschlandweit waren bis zu 3500 Apotheker AvP-Kunde - das ist etwa jeder sechste. Einer Schätzung zufolge schuldete ihnen der Abrechner im Durchschnitt 120.000 Euro. Das wären also insgesamt mehr als 400 Millionen Euro.

Die Düsseldorfer Staasanwaltschaft ermittelt inzwischen gegen den Rezeptabrechner AvP. Bei dem Bankrott solle sich um eine Insolvenz handeln, bei der Vermögenswerte beiseite geschaffen wurden.