Halle/Magdeburg (dpa) l Je schneller – umso besser: Angesichts des Fachkräftemangels in Sachsen-Anhalt suchen immer mehr Unternehmen schon in der Schule den Kontakt zu jungen Menschen, etwa durch Ferienjobs. Schüler können so in Berufe reinschnuppern und dabei etwas Geld verdienen. Unternehmer setzen im Gegenzug darauf, dass sich Ferienjobber für eine Ausbildung in der Firma oder der Branche entscheiden, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa ergab. Allerdings müssen beide Seiten strenge Vorschriften beachten.

"Ferienjobs sind – ebenso wie Schülerpraktika – eine prima Gelegenheit, ins Berufsleben hineinzuschnuppern", sagte die Geschäftsführerin für Aus- und Weiterbildung bei der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau, Simone Danek. Sich gegenseitig besser kennenzulernen, biete beiden Seiten Vorteile. Die Schüler könnten ausprobieren, welche Berufe oder Arbeitgeber ihnen liegen. Und die Unternehmen hätten die Chance, potenzielle spätere Auszubildende schon früh zu treffen und den Kontakt zu pflegen.

Schüler sollten nach Stellen fragen

"So wie ich es einschätze, denken mehr und mehr Firmen in unserer Region so", betonte Danek. Interessierte Schüler sollten deshalb direkt in Unternehmen nach einer Stelle fragen. "Die Wahrscheinlichkeit, dass der Chef dann "Ja" sagt, dürfte gar nicht so klein sein", sagte die Expertin.

Zudem gibt es im Internet einschlägige Portale. Wie auf der Jobbörse-Seite der Arbeitsagentur mitteilt wird, werden in Sachsen-Anhalt derzeit beispielsweise Eisverkäufer, Servicekräfte in Restaurants oder Helfer im Veranstaltungsbereich gesucht.

Auch im Handwerk gebe es Ferienjobs, sagte die Sprecherin der Handwerkskammer Magdeburg, Anja Gildemeister. Gerade angesichts mangelnder Fachkräfte könnten die Betriebe Jugendliche so frühzeitig fürs Handwerk gewinnen. Später könnten Ferienjobber in eine Ausbildung einsteigen. Gerade eine Lehre als Tischler, Friseur oder Kraftfahrzeugmechatroniker sei bei jungen Menschen beliebt.

Nachtarbeit bei Schülern verboten

Doch ein Ferienjob ist auch an strenge Regeln gebunden. Jugendliche dürfen nach Angaben des Landesamts für Verbraucherschutz erst ab 15 Jahren für maximal vier Wochen im Jahr und dabei nicht länger als 40 Stunden in der Woche arbeiten. Verboten sei zudem, die Schüler nachts arbeiten zu lassen. Außerdem dürften sie keine gefährlichen Arbeiten etwa an Fräsmaschinen oder Schweißgeräten ausführen.

Wer sich schon früher ein kleines Taschengeld dazuverdienen wolle, könne ab 13 Jahren mit Zustimmung der Eltern etwa Zeitungen austragen oder Botengänge erledigen, teilte die Handwerkskammer Magdeburg mit. Diese Arbeiten müssten aber auf zwei Stunden am Tag begrenzt sein.