Magdeburg (dpa) l Verschnaufpause an Sachsen-Anhalts Schulen: Rund 197.000 Schüler starten in die Winterferien. Eine Woche haben die Kinder und Jugendlichen frei, am 17. Februar geht dann das Schuljahr weiter. "Die erste Hälfte des Schuljahres ist geschafft. Nun ist ein wenig Zeit, um durchzuatmen und neue Kraft zu tanken", sagte Bildungsminister Marco Tullner (CDU).

Zunächst stehen aber noch die Zeugnisse an, die für viele Schüler eine psychische Belastung bedeuten. Das Landesschulamt hat daher für den Freitag von 10.00 Uhr bis 15.00 Uhr wieder ein Sorgentelefon eingerichtet. Auch Eltern, die die Zeugnisse ihrer Kinder für problematisch halten, könnten sich dort von Schulpsychologen anonym helfen lassen, teilte das Bildungsministerium mit.

"Die derzeitige Situation ist wie in den vergangenen Jahren angespannt", sagte Tullner der Deutschen Presse-Agentur. Das Land habe im vergangenen Jahr 1000 neue Lehrkräfte eingestellt – das sei auch das Ziel für 2020. "Durch die hohe Zahl von Altersabgängen stellen sich aber nur langsam Verbesserungen ein", räumte der CDU-Politiker ein.

Durch die Einführung von Dauerausschreibungen im vergangenen Schuljahr könnten Lehrer inzwischen zwar flexibel eingestellt werden, ein Problem seien aber weiterhin die geringen Bewerberzahlen. Um dem entgegenzuwirken, will Tullner Quereinsteigern den Einstieg in den Lehrerberuf erleichtern. Im Herbst vergangenen Jahres lief der erste Qualifizierungskurs an.

Die oppositionelle Linke stellte dem Minister derweil ein mangelhaftes Zeugnis aus. Die Bildungslandschaft in Sachsen-Anhalt sei eine "Katastrophe", sagte ihr Landesvorsitzender Stefan Gebhardt der dpa. "Wenn ich sie benoten müsste, würde ich ihr eine Fünf minus geben." In Sachsen-Anhalt gebe es einen Rekord an Unterrichtsausfall und Tullner tue nichts dagegen.

Die Linke unterstützt ein Volksbegehren gegen Lehrermangel, das von einem Bündnis aus Lehrern, Eltern und der Bildungsgewerkschaft GEW getragen wird. Ziel ist es, einen gesetzlichen Personalschlüssel für Lehrkräfte, pädagogische Mitarbeiter und Schulsozialarbeiterinnen durchzusetzen. Tullner hatte das Engagement dafür grundsätzlich begrüßt, allerdings bezweifelt, dass sich dadurch das Problem der wenigen Bewerber lösen lässt.