Magdeburg l „... plötzlich, oh Schreck, kommt ein Angler in Ihr Blickfeld! So unverhofft mit Gewalt konfrontiert fragen Sie sich, was Sie jetzt tun sollen.“ Nicht alle Angler seien so „friedlich, wie sie gerne tun“, heißt es auf der Internetseite des Tierschutzvereins Peta weiter. Man solle abschätzen, ob der Angler „eine Bierflasche dabei“ hat, „freundlich oder aggressiv“ aussieht. Konkret: „In der Nähe des Anglers Kieselsteine ins Wasser werfen.“ Und: „Versuchen, die gefangenen Fische zu retten.“

Eine Passage hat der Stuttgarter Verein, der in Sachsen-Anhalt kaum Mitglieder hat, inzwischen aus dem Internet-Auftritt gelöscht. Möglicherweise, weil juristische Konsequenzen drohen: „Was tun, wenn man keine Gesetzesverstöße feststellt? Sie können trotzdem einen Aufseher suchen oder die Polizei anrufen und den Verdacht äußern, dass hier möglicherweise ohne Fischereischein und/oder unter Alkoholeinfluss geangelt wird.“ (Falsche Verdächtigung § 164 StGB) Harald Rohr, Vizepräsident des Landesanglerverbandes, ist stocksauer. „Wir prüfen, ob wir juristisch auf die Internetveröffentlichung von Peta reagieren.“ Viele Mitglieder meinten, dass man dem Verein die Gemeinnützigkeit aberkennen sollte. Der Internetartikel sei „total überzogen“. Rohr wehrt sich dagegen, dass Angler Fische leiden lassen. „Fische empfinden keinen Schmerz“, sagt er. Das bekräftigt auch der renommierte Ökologe und Deutschlands erster Angelprofessor Robert Arlinghausen: „Die Hirnstrukturen für bewusstes Schmerzempfinden fehlen Fischen.“ Allerdings reagierten sie auf Verletzungen mit Stressreaktionen.

Kritikpunkt ist auch der Peta-Vorschlag, wonach man sich den Angelschein von den Hobbyfischern zeigen lassen solle. „Das klingt nach Amtsanmaßung. Wir zeigen unsere Legitimation der Polizei, dem Ordnungsamt und den Fischereiaufsehern.“ Rohr verweist auf die Artenerhaltung durch Angler und darauf, dass sie sich um viele ökologische Belange kümmern. „Und was macht Peta, außer Phrasen zu dreschen und Stimmung zu machen?“

Der Verein Peta, der nach Volksstimme-Informationen in Sachsen-Anhalt weniger als zehn Mitglieder haben soll, war nicht in der Lage, auf Volksstimme-Nachfragen schriftlich oder telefonisch zu antworten.