Jawohl, bei den geplanten Ankerzentren für Flüchtlinge schwingt etwas von Internierung und Einzäunung mit. All diejenigen, die sich darüber empören, bieten jedoch keine praktikablen Lösungen an, die im Sinne erstens der Migranten und zweitens der deutschen Gesetzlichkeit sind. Wenn die Lücke zwischen diesen Polen zu groß wird, ist Ellwangen nicht weit.

Die Ankerzentren wären gewiss keine Einrichtungen, die Menschen lange zuzumuten sind. Das ist auch nicht das Ziel. Vielmehr kämen mehr Struktur und Geschwindigkeit in das Aufnahmeprozedere, so die Vorstellungen von Innenminister Horst Seehofer aufgehen. Demnach wäre jeder Migrant schon nach kurzer Zeit über seine Asyl-Perspektive im Bilde. Bei einer absehbaren Ablehnung entfielen aufwendige und bislang oft sinnlose Integrationsbemühungen. Die deutsche Gesellschaft könnte sich bei Sprachkursen, Wohnung und Arbeit auf die Flüchtlinge konzentrieren, bei denen es sich lohnt.