Zentrum für Politische Schönheit

Flyer-Aktion gegen AfD begann offenbar schon zur Landtagswahl Sachsen-Anhalt

Mit fingierten Unternehmen hat das "Zentrum für Politische Schönheit" mehrere Millionen Wahlkampf-Flyer der AfD abgefangen. Die Wurzeln der Aktion reichen offenbar zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zurück.

29.09.2021, 14:16 • Aktualisiert: 29.09.2021, 14:30
Hat das Zentrum für Politische Schönheit schon zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt AfD-Flyer aus dem Verkehr gezogen?
Hat das Zentrum für Politische Schönheit schon zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt AfD-Flyer aus dem Verkehr gezogen? Foto: dpa

Halle (Saale)/DUR – Das „Zentrum für Politische Schönheit“ hat nach eigenen Angaben mit gefakten Firmen dafür gesorgt, dass rund fünf Millionen AfD-Flyer zur Bundestagswahl nicht verteilt. Nun kommt heraus: Die Aktion begann offenbar schon zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt.

In einem am Mittwoch veröffentlichten „Making of“ berichtet eine Aktivistin des ZPS, wie die Anti-AfD-Aktion geplant wurde. Die Planungen hätten begonnen, nachdem die AfD selbst im Frühjahr berichtet hätte, dass eine Verteilfirma 20.000 Flyer verloren hätte.

Zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt sei es dann losgegangen. „Da haben wir uns als freiwillige Wahlkampfhelferinnen gemeldet“, heißt es im Video. Ein Prepaid-Handy und eine Mail-Adresse, „irgendwas mit ‚Böcke auf Höcke‘“ habe gereicht. „Zack, waren wir mittendrin. Da war denen sogar egal, dass wir behaupteten aus Bitterfeld zu kommen, aber ein Berliner Kennzeichen haben.“ AfD-Rechtsaußen Hans-Thomas Tillschneider habe die Inkognito-Aktivisten am Ende sogar zur Grillparty eingeladen.

Ob und wie viele AfD-Wahlunterlagen das ZPD damals beiseite schaffte, wird im Video nicht verraten, von „kistenweise“ ist nur andeutungsweise die Rede.

Zentrum für Politische Schönheit zog Millionen AfD-Flyer aus dem Verkehr

Durch die Landtagswahl habe das Zentrum für Politische Schönheit dann den berühmten „Fuß in der Tür gehabt“. Zur Bundestagswahl baute das ZPS dann die Kulisse gleich mehrerer Firmen auf, die der AfD das Verteilen von Wahlkampfmaterial zum Schleuderpreis anboten und dann auch übernahmen, wenn eine Firma zu lange nicht verteilt hatte.

Die AfD kündigte inzwischen eine Strafanzeige gegen das ZPS an. Zur Abwehr dieser hat das Künstlerkollektiv bereits mehr als 100.000 Euro Spenden erhalten.