Aderstedt (dpa) l Weil den Gemeinden das Geld fehlt, wird manches Freibad in Sachsen-Anhalt von Ehrenamtlichen betrieben. Im 350-Einwohner-Ort Aderstedt, einem Ortsteil der Gemeinde Huy im Landkreis Harz funktioniert das schon seit 13 Jahren, wie der Chef des Fördervereins, Jens Klaus, berichtete. Der Aufwand sei jedoch hoch. Auch fehle dem Verein häufig Geld. "Am Ende jeder Saison machen wir Kassensturz und schauen, ob wir noch ein Jahr dranhängen können."

Als Vorbildmodell sieht Klaus den Betrieb durch Ehrenamtliche deshalb nicht. Das Engagement von Vereinen werde zunehmend für selbstverständlich gehalten, sagte er. "Kommunen stehlen sich hier aus der Verantwortung." Nach Angaben der Gemeinde Huy wird auch das Freibad im benachbarten Ortsteil Dedeleben von einem Verein betrieben. Klaus nennt zudem weitere Bäder in der Region, die nach einem ähnlichen Modell funktionieren.

Der Verein in Aderstedt hat derzeit rund 50 Mitglieder. Junge Leute kämen aber kaum nach, sagte Klaus. Der Förderverein kaufte der Gemeinde das Bad für einen symbolischen Betrag von einem Euro ab. Zunächst mussten die Ehrenamtlichen kräftig anpacken. "Der Zustand der Anlage war eine Katastrophe", so Klaus. Fast alles wird in Eigenregie erledigt, auch nötige Sanierungsarbeiten. Nur um die Überwachung der Wasserqualität kümmert sich ein Profi.