Blankenburg l Nach der Explosion in einem Plattenbau in der Harzstadt Blankenburg mit einem Toten haben Polizei und Staatsanwaltschaft ihre bisherigen Angaben in einem entscheidenden Punkt präzisiert: Hatten die Ermittler unmittelbar nach dem Unglück am Freitag, 13. Dezember, mit Blick auf die betroffene Wohnung von „einer großen Anzahl von Flüssiggasflaschen“ gesprochen, ist nun nur noch von einer die Rede. „In der Wohnung wurde eine Gasflasche gefunden“, so Hauke Roggenbuck von der zuständigen Staatsanwaltschaft in Halberstadt.

Damit kristallisiert sich immer stärker heraus, dass offenbar eine einzige Flasche die verheerende Detonation mit einem Toten und 15 Verletzten ausgelöst hat. Bei der Explosion, das steht nach Abschluss der Obduktion des Toten und einem DNA-Abgleich fest, handele es sich wie vermutet um den 78 Jahre alten Mieter der Wohnung, so Roggenbuck. Dessen 75 Jahre alte Frau erlitt bei der Explosion und dem anschließenden Feuer schwerste Brandverletzungen. Sie wird im Bergmannstrost – einer Spezialklinik für Brandopfer in Halle – behandelt. Nach Informationen der Volksstimme schwebt sie weiter in Lebensgefahr. Außerdem erlitten zehn Mieter des Blocks sowie vier Polizeibeamte Verletzungen.

Die Ermittlungen zur Explosionsursache laufen. Nach Roggenbucks Worten ist mit konkreten Fakten aber frühestens im Januar zu rechnen. Auch zum Zustand der sichergestellten Gasflasche, deren Füllstand oder Beschädigungen konnte er keine Angaben machen. „Wir müssen die in Auftrag gegebenen Gutachten abwarten.“

Vermutet wird, dass die Senioren ihre Wohnung zusätzlich zum Fernwärmeanschluss mit Gas beheizt haben. Warum, ist unklar. Eine andere Detonationsursache als besagtes Flüssiggas dürfte ausscheiden. Der Wohnblock hat laut Eigentümer keinen Gasanschluss. Anfang Januar sollen Sachverständige das Haus mit 36 Mietwohnungen begutachten. Die Wohnungsgesellschaft befürchtet, ihn aufgrund der massiven Schäden abreißen zu müssen.