Magdeburg (dpa) l Die Nachfrage nach Fachkrankenpflegern ist in Sachsen-Anhalt groß. Besonders spezielle Pflegekräfte für Frühchen seien schwer zu bekommen, sagte die Sprecherin der Krankenhausgesellschaft Sachsen-Anhalt, Eveline Möde, in Halle. Wie einige Krankenhäuser mitteilten, mussten Schwangere aufgrund des Personalmangels bereits abgelehnt und in eine andere Einrichtung verlegt werden. Auch auf den Kinderstationen sei es teils schwierig.

In Sachsen-Anhalt gibt es nach Angaben der Krankenhausgesellschaft derzeit 48 Krankenhäuser. Davon haben 19 eine Kinderklinik. Vor allem in den sogenannten Perinatalzentren – das sind Einrichtungen für Frühchen und Neugeborene – werden Fachkräfte mit einer speziellen Weiterbildung gebraucht. Doch in einigen Häusern fehlt Personal.

Pflegekräfte fehlen

Am Universitätsklinikum Magdeburg etwa mussten bereits Frauen aufgrund eines Mangels von Pflegekräften ausweichen. "In der Regel haben wir dann die Schwangeren pränatal in ein anderes Perinatalzentrum verlegt", sagte der Direktor der Universitätskinderklinik Magdeburg, Gerhard Jorch. Dadurch konnten die Schwangeren noch vor der Geburt versorgt werden.

Jedes Jahr werden nach eigenen Angaben rund 350 junge Patienten in der Neugeborenenabteilung des Uniklinikums behandelt. Die Station hat 10 Betten für Intensivtherapie und 18 Betten für Intensivbeobachtung von Frühgeborenen und anderen Neugeborenen. Auf der Station für Intensivtherapien gibt es 31 Planstellen, von denen 29,5 mit Pflegern und Krankenschwestern besetzt sind. Auf der Station für Intensivbeobachtungen sind den Angaben zufolge derzeit 21,5 von 23 Planstellen besetzt.

200 Frühchen im Harz

Auch das Harzklinikum kümmert sich um junge Patienten. Rund 200 Frühchen und kranke Neugeborene würden jedes Jahr am Standort in Wernigerode behandelt, sagte Kliniksprecher Tom Koch. Auf der Säuglings- und Kinderstation gebe es 28 Betten. In der Neonatologie, die sich vor allem mit Frühgeborenen befasse, seien 8 Betten vorhanden. Zu wenig Pflegekräfte seien in Wernigerode nicht das Problem. Dafür habe es Fälle gegeben, in denen mehr junge Patienten behandelt werden mussten, als Betten vorhanden waren, hieß es.

Auch das Universitätsklinikum Halle konnte bislang vermeiden, dass junge Patienten aufgrund von Personalmangel abgewiesen werden mussten, wie Kliniksprecher Jens Müller sagte. Die Auslastung in der Kinderintensivmedizin und der Neonatologie liege bei 90 Prozent. Jährlich behandle das Klinikum etwa 650 Kinder. Darüber hinaus werden durchschnittlich 150 bis 180 Frühchen betreut sowie 100 Frühgeborene, die aber bei ihrer Mutter verbleiben können.

Fachgruppe sucht nach Lösungen

Nach Angaben der Krankenhausgesellschaft Sachsen-Anhalt gibt es genaue Vorgaben für den Betreuungsschlüssel. Für Frühchen mit einem Geburtsgewicht von weniger als 1500 Gramm muss demnach eine Pflegekraft für einen jungen Patienten da sein. Bei einer Intensivüberwachung könne ein Pfleger oder eine Krankenschwester zwei Neugeborene zeitgleich versorgen.

Um die Probleme in den Griff zu bekommen, wurde nach Angaben der Krankenhausgesellschaft eine Fachgruppe einberufen. Diese habe konkrete Schritte festgelegt, um die Personalanforderungen an den Kliniken zu erfüllen. Dabei setze man auf individuelle Lösungen, so Sprecherin Möde.