Magdeburg l Vor dem Magdeburger Landgericht hat am Donnerstag der Prozess gegen einen 33-jährigen vermutlich psychisch kranken Mann begonnen. Er soll sich im Rahmen eines Sicherungsverfahrens wegen versuchten Totschlags verantworten. Ihm wird vorgeworfen sich am 14. April 2018 in einem Wohngebiet zum Teil nackt ausgezogen und dort an seinem Geschlechtsteil gespielt zu haben. Dabei habe er sich auch vor Kindern vollständig entblößt und diese angesprochen. Ein Mädchen habe er sogar an der Brust angefasst. Als die Polizei eintraf und seine Personalien kontrollieren wollte, ging er auf die Beamten los.

Im Handgemenge gelang es dem Mann den Polizisten in den Würgegriff zu nehmen und zuzudrücken, bis dieser das Bewusstsein verlor. Seine Kollegin sprühte mit dem Pfefferspray und schlug mehrmals mit dem Schlagstock auf den Angreifer ein. Doch dieser zeigte keinerlei Reaktion oder Schmerzempfinden. Erst als ein kräftiger 35-jähriger Zeuge dazukam, konnte der Mann vom Opfer gerissen und gemeinsam mit einer Verstärkung der Polizei überwältigt werden. Der Polizist musste im Krankenhaus behandelt werden. Eine Rechtsmedizinerin sagte zum Prozessauftakt aus, dass sich der Beamte kurzzeitig in Lebensgefahr befand. Weil der Angreifer offensichtlich psychisch krank ist, wurde er nach seiner Festnahme ins psychiatrische Landeskrankenhaus gebracht. Sollte sich im Prozess die Schuldunfähigkeit bestätigen, könnte eine dauerhafte Sicherungsverwahrung für ihn in betracht kommen.

Der Prozess wird am Freitag mit der Anhörung des psychiatrischen Gutachters fortgesetzt.