Magdeburg (vs) l Die Erwerbstätigen in Sachsen-Anhalt haben sich 2018 durchschnittlich 22,2 Tage arbeitsunfähig gemeldet und waren damit deutlich häufiger krank als die meisten anderen Bundesbürger. Das geht laut Mitteilung der Krankenkasse Barmer aus dem Gesundheitsreport 2019 hervor. Nur die Thüringer fielen demnach  in Deutschland noch länger aus (22,3 Tage) als die Menschen zwischen Arendsee und Zeitz.

Die durchschnittlich geringste Zahl an Fehltagen wurde laut Barmer in Baden-Württemberg (15,4 Tage) erfasst. Der bundesweite Schnitt lag bei 18,3 Arbeitsunfähigkeitstagen. „Die Sachsen-Anhalter waren 2018 im Schnitt vier Tage länger krank als die Menschen in den anderen Ländern. Die Zahl der Ausfalltage nimmt hier leider seit Jahren zu", wird Axel Wiedemann, Landesgeschäftsführer der Barmer in Sachsen-Anhalt, in der Mitteilung zitiert. 2017 waren die Sachsen-Anhalter demzufolge 21,4 Tage krank gewesen (2016: 21,2 Tage, 2015: 21,0 Tage, 2014: 20,1 Tage).

Hauptgrund heftige Grippewelle

In allen Landkreisen Sachsen-Anhalts fielen die Menschen länger aus als im Vorjahr, erläutert die Barmer. „Hauptgrund für den deutlichen Anstieg von 2017 zu 2018 dürfte die heftige Grippe- und Erkältungswelle zu Beginn des Jahres 2018 gewesen sein", so Wiedemann. Besonders heftig hatte die Influenza den Süden getroffen. Das spiegelt sich auch in den Zahlen wieder: Im Landkreis Mansfeld-Südharz war jeder Erwerbstätige 2018statistisch betrachtet 25,0 Tage krankgeschrieben, im Landkreis Anhalt-Bitterfeld 23,4 Tage und im Burgenlandkreis 22,7 Tage. Die Menschen in Dessau-Roßlau mussten allein 4,2 Tage wegen Erkrankungen des Atmungssystems zu Hause bleiben, das ist der dritthöchste Wert bundesweit. Die Wittenberger fielen diesbezüglich 4,0 Tage aus, die Anhalt-Bitterfelder 3,9 Tage.

Altmärker weniger krank

Die geringsten Ausfallzeiten gab es der Barmer zufolge wie im Vorjahr im Altmarkkreis Salzwedel zu beklagen (19,9 Tage), es folgen Halle (20,5), Magdeburg (20,7) und Stendal (20,7). Insgesamt fallen die Menschen im Norden Sachsen-Anhalts seltener aus als die Menschen im Süden. Neben Erkrankungen des Atmungssystems haben auch die Fehlzeiten mit Diagnosen psychischer Störungen von 2017 auf 2018 zugenommen. Am stärksten betroffen waren davon die Erwerbstätigen im Burgendlandkreis (3,8 Tage), in Halle (3,7 Tage) und im Landkreis Mansfeld-Südharz (3,7 Tage).

Für die Auswertungen wurden im Gesundheitsreport 2019 die Daten von rund 115.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten aus Sachsen-Anhalt analysiert, das entspricht rund dreizehn Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, so die Krankenkasse.