Missbrauch

Getöteter Zweijähriger: Gutachterin sieht keine Schuldunfähigkeit

Im Prozess um den getöteten zweijährigen Tim aus Querfurt wird von einer Schuldfähigkeit des 31-jährigen Angeklagten ausgegangen. Ein Urteil wird noch im Mai erwartet.

Von dpa
In Gedenken an ein Kleinkind aus Querfurt liegen Blumen und Kerzen vor dem Wohnhaus. Der zweijährige Junge war am 11.07.2020 in einer Wohnung des Hauses mit massiven Verletzungen und Spuren schweren sexuellen Missbrauchs tot aufgefunden worden.
In Gedenken an ein Kleinkind aus Querfurt liegen Blumen und Kerzen vor dem Wohnhaus. Der zweijährige Junge war am 11.07.2020 in einer Wohnung des Hauses mit massiven Verletzungen und Spuren schweren sexuellen Missbrauchs tot aufgefunden worden. Foto: dpa

Halle. Im Prozess um den getöteten zweijährigen Tim aus Querfurt geht die psychiatrische Gutachterin von der Schuldfähigkeit des 31-jährigen Angeklagten aus. Der Mann habe „Akzentuierungen“, aber keine krankhaften Störungen, sagte ein Sprecher des Landgerichts Halle unter Berufung auf die Expertin zur Begründung am Montag.

Einige Aussagen des Mannes am vergangenen Prozesstag hatten Fragen zu seinem psychischen Zustand aufgeworfen, denen die psychiatrische Gutachterin nun nachgegangen war. Das Gericht muss in seinem Urteil allerdings dieser Einschätzung nicht folgen.

Der Deutsche soll im Juni und Juli vergangenen Jahres den zweijährigen Sohn seiner damaligen Lebensgefährtin mehrfach sadistisch gequält, missbraucht und schließlich totgeschlagen und -getreten haben. Er ist wegen schweren sexuellen Missbrauchs eines Kindes, Körperverletzung und Mordes angeklagt.

Die 37-jährige Mutter des Jungen aus Querfurt (Saalekreis) ist wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen und fahrlässiger Tötung angeklagt. Ein Urteil wird noch im Mai erwartet.