Magdeburg l Bereits am 11. April, also nur sieben Tage vor dem brutalen Angriff auf eine 18-jährige Gymnasiastin und einen 28-jährigen Medizinstudenten, war es in Magdeburg zu einer ähnlichen Attacke in einer Straßenbahn gekommen. Ein Unbekannter schlug gegen 12.45 Uhr einem 31-jährigen Pakistaner grundlos mehrfach mit der Faust ins Gesicht.

Fünf Tage später informierte die Polizei die Presse und bat um Zeugenaussagen. Die Beschreibung des Täters („Glatze, Drei-Tage-Bart, vermutlich arabischer Phänotyp“) trifft nach Augenzeugen-Berichten auch auf den Mann zu, der am 18. April nur wenige Minuten von diesem Tatort entfernt in der Straßenbahnlinie 6 zuschlug und zwei junge Menschen schwer verletzte.

Zusammenhang mit anderem Fall?

Frank Küssner, Sprecher der Polizeiinspektion Magdeburg, sagte am Mittwoch, der Verdacht sei „naheliegend“, dass es sich in beiden Fällen um denselben Täter handeln könnte: „Es wird jetzt ermittelt, ob zwischen den Taten ein Zusammenhang besteht.“

Schwere Verletzungen

Kurz vor Ostern waren die Schülerin und der Student am helllichten Tag in einer Straßenbahn in Magdeburg grundlos brutal attackiert worden. Die Schülerin erlitt eine Nasenfraktur und einen Bruch des linken Augenhöhlenrings. Der Student hatte drei Platzwunden und einen Bruch der Vorderwand der Stirnhöhle.

Bei dem Schläger handelt es sich um den 34-jährigen Syrer Bahaa M., der bereits in Nordrhein-Westfalen zugeschlagen hatte. Dort werden ihm Körperverletzung und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen.

Die Polizei sah in Magdeburg zunächst keine Haftgründe. Der Schläger kam in die geschlossene Psychiatrie der Uniklinik, aus der er sich am Tag danach selbstständig entließ. Erst nach Intervenieren der Familie der Schülerin kam Bewegung in die Sache. Acht Tage nach dem Angriff wurde der Schläger verhaftet und in die Justizvollzugsanstalt Burg gebracht.

Stahlknecht nimmt Fall sehr ernst

Das von Holger Stahlknecht (CDU) geführte Innenministerium hat sich inzwischen eingeschaltet. Man nehme den „Fall sehr ernst“, sagte ein Sprecher der Volksstimme. Das Ministerium lasse sich „detailliert zum Sachverhalt berichten“.

Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) verurteilte den Übergriff. „Der Täter gehört aus dem Land geschmissen“, sagte er auf der Maikundgebung in Magdeburg. Zugleich warnte er vor Pauschalisierungen und davor, rechten Parolen hinterherzulaufen. „Menschen, die zu uns kommen und sich integrieren, die zum Beispiel eine Ausbildung machen, die brauchen wir sogar und die sind auch willkommen.“