Gewerkschaft fordert zügige Fortbildung

Magdeburg (dpa) l Die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaften (GEW) fordert schon zum Schuljahr 2012/13 spürbare Verbesserungen für lern- und sprachbehinderte Kinder an den Grund-, Sekundar- und Förderschulen in Sachsen-Anhalt. Wie GEW-Sprecher Hans-Dieter Klein am Sonnabend erklärte, müsse den Regelschulen für die neuen Aufgaben der Inklusion und des gemeinsamen Unterrichts schnell zusätzliches Fachpersonal zur Verfügung gestellt werden. Bisher pendelten Förderschullehrer zwischen mehreren Bildungseinrichtungen. "Dieser Zustand muss ein Ende haben", betonte Klein. Diese Lehrer dürften maximal an zwei Bildungseinrichtungen zugleich arbeiten.

Zentraler Punkt der GEW-Forderungen ist auch die zügige Fortbildung von Grundschullehrern. Bisher würden diese im Gemeinschaftsunterricht "im Regen stehen gelassen" und müssten sich ohne Ausbildung um lern- und sprachbehinderte Kinder kümmern, hieß es. "Es kann nicht sein, dass neue Aufgaben im Rahmen der UN-Behindertenrechtskonvention im alten Schulsystem umgesetzt werden", sagte Klein.

Das Land plant, erst im Schuljahr 2013/14 wesentliche Veränderungen im Schulsystem vorzunehmen. Das sei angesichts der stetig wachsenden Schwierigkeiten zu spät. "So lange können Schüler, Eltern und Lehrkräfte aber nicht warten, ohne dass der gesamte Prozess größeren Schaden nimmt", erklärte GEW-Landeschef Thomas Lippmann. Am Sonnabend kam der GEW-Chef mit Kultusminister Stephan Dorgerloh (SPD) zu einem Gedankenaustausch zusammen. Im Dialog sollte nach Gewerkschaftsangaben ausgelotet werden, wie die Arbeit im gemeinsamen Unterricht von Kindern mit und ohne Behinderung schnell verbessert werden kann.