Hochschule Merseburg

Großteil der Jugendlichen bereits sexuell belästigt

Von dpa
Ein Großteil der Jugendlichen hat laut einer Studie bereits Erfahrungen mit sexueller Belästigung gemacht.. Symbolfoto: Heiko Wolfraum
Ein Großteil der Jugendlichen hat laut einer Studie bereits Erfahrungen mit sexueller Belästigung gemacht.. Symbolfoto: Heiko Wolfraum dpa

Merseburg - Ein Großteil der Jugendlichen zwischen 16 und 18 Jahren in Deutschland hat laut einer Studie bereits Erfahrungen mit sexueller Belästigung gemacht. Zu diesem Ergebnis kommt die nicht repräsentative „Partner 5 Jugendstudie 2021“ der Hochschule Merseburg, wie die Hochschule am Freitag mitteilte. 94 Prozent aller weiblichen, 97 Prozent der diversgeschlechtlichen und 52 Prozent der männlichen Befragten gaben an, schon sexuell belästigt worden zu sein. Dazu gehörten unter anderem verbale Übergriffe und anzügliche Rufe oder Laute sowie unerwünschte Berührungen.

Am häufigsten sind laut der Studie verbale Belästigungen im öffentlichen Raum. Hinzu kommen Erlebnisse im Internet und in Schulen. In allen Bereichen sind diversgeschlechtliche Jugendliche häufiger betroffen, so die Ergebnisse der Hochschule.

Auch Vergewaltigungen waren für viele der Befragten ein Thema. Knapp jede vierte weibliche Jugendliche und mehr als ein Drittel der diversgeschlechtlichen Jugendlichen erlebten den Angaben nach einen Vergewaltigungsversuch. Männliche Jugendliche waren mit sieben Prozent seltener betroffen.

Die Studie wurde den Angaben zufolge im Auftrag des Innenministeriums von Sachsen-Anhalt durchgeführt, um einen tieferen Einblick in das Dunkelfeld zu Grenzverletzungen und sexualisierter Gewalt zu bekommen. Die Befragung begann Anfang 2020 und wurde wegen der Corona-Pandemie zwischen Oktober 2020 und März 2021 online fortgesetzt. Die gültige Stichprobe umfasst die Antworten von 861 Jugendlichen zwischen 16 und 18 Jahren. 377 von ihnen leben in Sachsen-Anhalt. Insgesamt kommen 471 der teilnehmenden Jugendlichen aus den neuen Bundesländern, 192 aus den alten und die übrigen 198 aus Berlin. Letzteres wird den Angaben nach aus wissenschaftlichen Gründen weder zu den alten noch den neuen Bundesländern gerechnet.